29.08.2011 | Recht & Personal

Job-Mobilität: Deutsche sind Umzugsmuffel

Nur 49 Prozent der deutschen Arbeitnehmer wäre einer internationalen Umfrage des Personaldienstleisters Manpower Group zufolge bereit, zugunsten neuer beruflicher Perspektiven den Wohnort zu wechseln. Im Ländervergleich landen die Deutschen mit dieser Quote weit hinten. Unflexibler sind nur die Japaner (37 Prozent).

Das war nicht immer so: Im Jahr 2008 antworteten noch 68 Prozent der deutschen Arbeitnehmer, dass sie neuen beruflichen Perspektiven zuliebe umziehen würden. Ein Grund für die aktuell geringere Job-Mobilität sei auch das "deutsche Jobwunder", so Vera Calasan, Geschäftsführerin der Manpower Group Deutschland. Demzufolge könnten Bewerber verstärkt auch in der näheren Umgebung zwischen Vakanzen wählen.

Andererseits zeige die Studie aber auch, dass im Vergleich zur Befragung 2008 Deutschland als Zielland für Arbeitskräfte aus dem Ausland an Attraktivität gewonnen habe. In der Top-10-Liste sei Deutschland von Platz neun auf Platz sechs gestiegen. Unverändert an der Spitze bleiben die USA.

 

Familienbande sind die größte Umzugshürde

In Deutschland nennen 41 Prozent der Befragten die Familie als Hauptumzugshindernis – über alle Länder sagen das 48 Prozent. Damit sind familiäre Bindungen generell die höchste Umzugshürde. Es folgen wirtschaftliche Erwägungen, wie Umzugkosten (29 Prozent) oder Probleme beim Eigenheimverkauf (12 Prozent).

Ein weiteres Hindernis bildet die Weigerung des Partners, mitzukommen. Mit 36 Prozent liegt der Wert hierzulande deutlich über dem Durchschnitt (23 Prozent). Sprachbarrieren, so ein weiteres Ergebnis von "Migration for Work Survey", würden hingegen wenige Arbeitnehmer von einem Umzug ins Ausland abhalten. In Deutschland liegt der Wert bei 18 Prozent, über alle Länder gesehen sind es 19 Prozent.

 

Briten und Italiener sind am mobilsten

Dreißig Prozent aller Befragten gaben an, weltweit flexibel zu sein. Briten und Italiener sind am mobilsten. Am liebsten würden die Befragten in gut entwickelten englischsprachigen Ländern arbeiten, insbesondere in den USA, Kanada und Australien. Großbritannien rutschte von Platz zwei auf Platz vier ab.

 

Über die Studie

Für die Erhebung "Migration for Work Survey" befragte die Manpower Group 14.385 Arbeitnehmer in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Indien, Japan, Kanada und den USA nach Umzugsbereitschaft, Hindernissen und geografischen Vorlieben.

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