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Jeder zweite Arbeitgeber hat Probleme, offene Stellen zu besetzen Bild: ManpowerGroup

Die Auswirkungen fehlender Facharbeiter, Vertriebsprofis, Ingenieure und IT-Experten ist in den vergangenen Jahren immer gravierender geworden. 49 Prozent der Unternehmen haben inzwischen massive Probleme, offene Stellen zu besetzen. 2007 waren es nur 27 Prozent. Für jeden siebten Betrieb hat sich die Situation gegenüber dem Vorjahr noch einmal verschärft (zum Vergrößern auf "Infografik" klicken).

Die Folge: Der Mangel an Fachkräften droht, den an sich gut laufenden Konjunkturmotor abzuwürgen. Beispiel Baubranche: Unternehmen, Privatpersonen und die öffentliche Hand müssen aktuell länger auf die Ausführung ihrer Aufträge warten, weil die Handwerksbetriebe nicht genügend Personal einstellen können. Handwerker und Facharbeiter sind in Deutschland seit 2007 die am schwersten zu besetzende Berufsgruppe. Die Entwicklung hat die Wirtschaft nun aufhorchen lassen."Inzwischen haben praktisch alle Arbeitgeber begriffen, in welcher riskanten Lage sie sich befinden", sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der ManpowerGroup Deutschland. "Die Unternehmen haben erkannt, dass sie Konzepte gegen den Fachkräftemangel in Eigenverantwortung auf den Weg bringen müssen. Das Potenzial auf den Gebieten interne Qualifizierung und Arbeitnehmerbindung ist längst nicht ausgeschöpft", so Brune.

80 % investiert in Weiterbildungsmaßnahmen

30 Prozent der Unternehmen haben aufgrund fehlender Fachkenntnisse der Bewerber Schwierigkeiten, Stellen zu besetzen. Als Antwort investieren 80 Prozent in zusätzliche Weiterbildungsmaßnahmen. 57 Prozent weiten die Suche nach Bewerbern aus, indem sie ihre Stellenprofile an einen breiteren Adressatenkreis richten.

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Qualifizierungen nach der Einstellung schließen die Fachkenntnislücke bei Kandidaten, die Unternehmen sonst abgelehnt hätten", verdeutlicht Herwarth Brune.

Zusatzleistungen sollen Mitarbeiter binden

Um die eigenen Chancen bei Kandidaten zu verbessern, wollen zudem viele Unternehmen die eigene Attraktivität als Arbeitgeber steigern. Damit sich ein Bewerber für sie entscheidet, investiert jedes zweite Unternehmen in Zusatzleistungen für Mitarbeiter - beispielsweise ein subventioniertes Smartphone zur privaten Nutzung oder Zuschüsse zum Essen und zur Mitgliedschaft im Fitnessstudio. 41 Prozent wollen auch an der Gehaltsschraube drehen und so im Wettbewerb um Talente die Nase vorn  behalten. Darüber hinaus lagert jeder vierte Arbeitgeber die Herausforderung Fachkräftemangel an Spezialisten aus und setzt auf neue Wege der Mitarbeitergewinnung. Sie übertragen beispielsweise die Aufgabe der Stellenbesetzung einem Personaldienstleister. Je nach Möglichkeit gehen einige Unternehmen noch weiter und geben ganze Arbeitsbereiche an Partner ab.

Hintergrundinformation: Die ManpowerGroup hat im dritten Quartal 2016 mehr als 42.000 Personalverantwortliche in 43 Ländern zum Fachkräftemangel befragt.
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Schlagworte zum Thema:  Fachkräftemangel

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