22.06.2011 | Recht & Personal

IZA schlägt Punktesystem für Spezialisten-Zuwanderung vor

Zur Deckung des Fachkräftemangels hat das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) ein Punktesystem vorgeschlagen, mit dem der Zuzug ausländischer Spezialisten bedarfsorientiert gesteuert werden soll. Die deutsche Wirtschaft fordert seit langem eine gesetzliche Zuwanderungsregelung. Das IZA-Punktemodell sieht für die Ausländer-Anwerbung zwei Kriterien-Kataloge (Säulen) vor: für qualifizierte Fachkräfte (Säule 1) und für Hochqualifizierte (Säule 2).

Bis zu jeweils 30 Punkte werden vergeben unter anderem für persönliche Qualifikation, Sprachkenntnisse, Berufserfahrung, Lebensalter und den Nachweis eines Arbeitsplatzangebots. Maximal 100 Punkte sind jeweils erreichbar.

Sofortiges Aufenthaltsrecht

Wer mindestens 60 Punkte erreicht, wird für die Einreise zum Auswahlverfahren zugelassen, bei 80 Punkten gibt es ein sofortiges Daueraufenthaltsrecht. Für eine zweijährige Anlaufphase ist für beide Gruppen eine Obergrenze von jeweils 50 000 Zuwanderern vorgesehen.

Bis zu 20.000 befristete Arbeiterlaubnisse

Zur Deckung kurzfristigen Arbeitskräftebedarfs soll es zusätzlich möglich sein, bis zu 20 000 Ausländern eine auf drei Jahre befristete Arbeitserlaubnis zu geben, sofern sie einen Arbeitsvertrag haben. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht davon aus, dass nur etwa zehn Prozent des Fachkräftebedarfs der Wirtschaft per Zuwanderung gedeckt werden können.

In fünf Jahren wird es eng

IZA-Chef Klaus Zimmermann sagte in Berlin, wegen der demografischen Entwicklung werde die Zeit für eine Zuwanderungsregelung knapp: "Wir haben vielleicht noch ein halbes Jahrzehnt, dann wird es eng." Deutschland sei gegenüber anderen Ländern spät dran, werde daher aktiv um Fachkräfte werben müssen. Allerdings werde "Humankapital in Deutschland relativ schlecht bezahlt", räumte er ein.

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