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Tausende Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge

Kommunale Beschäftigungsprogramme sollen bei der Integration von Flüchtlingen helfen.
Bild: Pixabay

In den Kommunen Baden-Württembergs sollen rund 11.600 neue Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge geschaffen werden. "Grundsätzlich ist diese Art der Integration ein ganz wichtiges Instrument. Wer Arbeit hat, fühlt sich angenommen und kann auf eigenen Füßen stehen", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Städtetags, Gudrun Heute-Bluhm, in Stuttgart.

Über die Kollegen lernten Flüchtlinge die Grundwerte der Gesellschaft kennen. Auch die Sprache könnten sie so schneller lernen. Die Flüchtlinge bekommen den Angaben zufolge künftig 80 Cent pro Stunde. Das entsprechende Programm wurde erst vor kurzem vom Bundeskabinett gebilligt. Flüchtlinge sollen von August an bundesweit insgesamt 100.000 Arbeitsgelegenheiten angeboten bekommen. Das neue Programm läuft über die Bundesagentur für Arbeit und wird vom Bund in den kommenden drei Jahren mit rund einer Milliarde Euro finanziert. Das müsse aber durch Integrationsbeauftragte in den Städten begleitet werden, die auch die Betriebe unterstützten, sagte Heute-Bluhm.

Das Problem mit der Bezahlung

Schon derzeit können Kommunen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz ein entsprechendes Angebot machen. Dafür gibt es 1,05 Euro je Stunde als Entschädigung. In Tübingen können Flüchtlinge beispielsweise in der Altenheim-Küche mitarbeiten, bei der Feuerwehr Fahrzeuge putzen oder in der Stadtbibliothek Bücher einsortieren. Die nun neuen Arbeitsgelegenheiten sollen sowohl in Flüchtlingsunterkünften als auch bei öffentlichen und gemeinnützigen Einrichtungen entstehen. In Stuttgart werden es wohl bis zu 600 neue Plätze sein, wie Sozialbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) mitteilte. Er sieht in der Bezahlung ein Problem. "Dies entfaltet meiner Meinung nach auf die Personen eine viel zu geringe Anreizwirkung, Tätigkeiten, die letztlich ihre Integration beschleunigen sollen, aufzunehmen.»

Sprachkenntnisse sind Voraussetzung

Gleichzeitig fürchten die Kommunen einen hohen Verwaltungsaufwand. Die Auswahl der Bewerber, Sanktionierung und Antragsstellung würden auf kommunaler Seite im hohen Maße Personalressourcen binden. Ähnlich wird auch in Ulm argumentiert. Hier wird unter anderem auf die Schwierigkeit hingewiesen, entsprechende zusätzliche und gemeinnützige Stellen zu finden. In Pforzheim sollen rund 120 Stellen entstehen. "Wichtig ist es aber, dass die Flüchtlinge schon so viel an Sprachkenntnissen mitbringen, dass sie Arbeitsanleitungen und Sicherheitsweise verstehen und umsetzen können", sagte ein Sprecher der Stadt.

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Schlagworte zum Thema:  Flüchtlinge, Geringfügig entlohnte Beschäftigung, Beschäftigung

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