16.03.2012 | Recht & Personal

Ingenieurmangel: DIW warnt vor Übertreibungen

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hält die Warnung vor einem dramatischen Mangel an Ingenieuren in Deutschland für übertrieben. DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke zweifelt die Darstellung des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) an, wonach es schon heute einen jährlichen Bedarf von 40.000 Ingenieuren gibt, allein um die Ruheständler zu ersetzen. „Diese Befürchtung kann ich nicht nachvollziehen“, sagte Brenke in Berlin. Nach einer eigenen Studie erwartet er in den kommenden Jahren rund 20.000 Ingenieure, die jährlich in Rente gehen.

Das Durchschnittsalter der Ingenieure ist laut DIW in den vergangenen zehn Jahren zwar etwas gestiegen, im Durchschnitt seien Ingenieure aber jünger als andere Akademiker. Brenke nahm als Grundlage Daten des Mikrozensus im Jahr 2008 und der Bundesagentur für Arbeit. Demnach lag das Durchschnittsalter der rund 750.000 Ingenieure in Deutschland im Jahr 2008 bei 43,3 Jahren. Es sei unrealistisch, dass es bis heute auf 50 bis 51 Jahre gestiegen sei, wie vom VDI angegeben.

Brenke wies zudem auf einen Run auf ingenieurwissenschaftliche Studienplätze in den vergangenen Jahren hin. So hätten 2010 rund 50.000 Studenten ihre Studium in einem industrienahen Ingenieursstudiengang absolviert. „Allein die Absolventen, die gegenwärtig von den Unis kommen, können den Gesamtbedarf an Ingenieuren decken“, sagte der DIW-Fachmann. Angesichts der vielen Studenten sei sogar eher ein Überangebot an solchen Fachkräften zu erwarten.

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