11.01.2017 | Infografik der Woche

Deutsche Arbeitnehmer sind Sportmuffel

Nicht nur nach den Weihnachtsfeiertagen fehlt es deutschen Arbeitnehmern an Bewegung - am Arbeitsplatz sind sie laut Studie ganzjährig echte Sportmuffel.
Bild: Sodexo

Nach den kalorienreichen Feiertagen beginnt mit dem Jahreswechsel für viele die Zeit der guten Vorsätze: gesünder essen, weniger Alkohol trinken, mehr bewegen. Dass deutsche Arbeitnehmer im kommenden Jahr gerade mehr Bewegung bitter nötig haben, geben sie in einer Befragung zu.

Laut der Befragung des Personaldienstleisters Sodexo haben deutsche Arbeitnehmer guten Grund dazu, im neuen Jahr auf mehr Bewegung und eine ausgewogenere Ernährung zu achten: Denn demnach legen knapp 60 Prozent von ihnen die meisten Strecken im Alltag mit dem Auto zurück. Etwas mehr, nämlich 62 Prozent, arbeiten täglich mindestens fünf Stunden im Sitzen – und gleichen ihr Bewegungsdefizit noch nicht einmal zwischendurch aus: 42 Prozent der Befragten verlassen nicht einmal in der Mittagspause ihren Schreibtisch, um sich zu bewegen oder etwas Gesundes zu essen – ob aus Stress oder Faulheit, ist nicht bekannt.

Auch in ihrer Freizeit kommen viele der insgesamt 1.000 Befragten nicht richtig aus den Puschen: 40 Prozent treiben entweder gar keinen Sport oder maximal eine Stunde in der Woche.

Gesundheitsprävention: Sport beugt Muskelbeschwerden vor

Bei so wenig Gesundheitsprävention am Arbeitsplatz und in der Freizeit verwundert es nicht, dass fast ein Viertel der befragten Arbeitnehmer (23 Prozent) eine stattliche Anzahl von Fehltagen ansammelt – manche melden sich mehr als 20 Tage im Jahr krank. Dabei seien viele der typischen muskulären Alltagsbeschwerden gerade auf mangelnde Bewegung zurückzuführen und ließen sich mit mehr Bewegung zumindest eindämmen, schreiben die Studienautoren dazu.

Um Gesundheit und Wohlbefinden zu verbessern, empfehlen sie den deutschen Sportmuffeln etwa, mittags draußen an der frischen Luft spazieren zu gehen oder sich wenigstens in die Kantine oder Küche zu bewegen, um dort die Mittagspause zu verbringen. "Fest steht: Nahezu alles ist besser, als gar keine Pause zu machen und weiter sitzend am Schreibtisch zu verharren", sagt George Wyrwoll, HR-Experte und Unternehmenssprecher bei Sodexo.

Dies gelte auch für den Weg zur Arbeit, selbst wenn dieser mit öffentlichen Verkehrsmitteln bestritten wird: Auch hier könnten Arbeitnehmer einfach eine oder zwei Haltestellen früher aussteigen und den Arbeitsweg so mit mehr Bewegung anreichern.

Immerhin: Vor die Wahl gestellt, entscheiden sich laut Umfrage 75 Prozent eher für die Stufen als für Rolltreppe oder Fahrstuhl.

BGM: Gymnastik am Arbeitsplatz ist vielen peinlich

Am Arbeitsplatz selbst ist den Befragten aber offenbar selbst moderate Bewegung peinlich: Lediglich sieben Prozent machen in ihrem Büro zwischendurch gymnastische Übungen, während der Rest sich dabei albern vorkommen würde, nicht schwitzen oder die Kollegen nicht stören möchte – oder einfach keine Lust dazu hat.

"Deutsche Arbeitnehmer sollten sich dazu aufraffen, mehr Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Statt im Sitzen einfach mal im Stehen arbeiten, zumindest jede Stunde kurz aufstehen und ein paar Schritte gehen, kleine Einkäufe zu Fuß und nicht mit dem Auto erledigen: Schon kleine Veränderungen reichen aus, um das Wohlbefinden enorm zu verbessern," sagt Wyrwoll.

Auch die Arbeitgeber sehen die Studienautoren in der Pflicht: Sie sollten – ganz im Sinne eines guten Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) – aktiv Bewegungsimpulse setzen – denn von einem guten Gesundheitszustand der Arbeitnehmer profitierten auch sie.


Die Ergebnisse der Studie können Sie hier in der Infografik betrachten.

Schlagworte zum Thema:  Gesundheitsmanagement, Prävention, Stressmanagement

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