| Rot-Grüne Pläne

Industrie macht Front gegen geplanten Bildungsurlaub

Bildungsurlaub soll für mehr Weiterbildung sorgen.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Südwest-Industrie stemmt sich weiter vehement gegen den von Grün-Rot geplanten "Bildungsurlaub". Die Unternehmen treibt die Sorge vor steigenden Arbeitskosten um.

"Die meisten Fehler werden in guten Zeiten gemacht", sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Industrie- und Handelskammertags, Peter Kulitz,  in Stuttgart. Es belaste die Unternehmen zusätzlich, wenn bei den Arbeitskosten noch einmal fünf Tage "Bildungsurlaub" oben draufgesattelt würden.

FDP: Gefahren für KMU

Die oppositionelle FDP warnte, das grün-rote Vorhaben gefährde den wirtschaftlichen Erfolg von kleinen und mittleren Unternehmen. Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) hingegen betonte, mit der Bildungszeit werde dem Fachkräftemangel vorgebeugt. Die Eckpunkte für gesetzliche  Freistellungsmöglichkeiten für Weiterbildung werden derzeit erarbeitet. Anfang 2015 soll das Gesetz in Kraft treten.

Bildungszeit funktioniert in anderen Bundesländern

Kritik kam auch von CDU-Fraktionschef Peter Hauk. Ein undefinierter Weiterbildungsurlaub zulasten der Arbeitgeber werde abgelehnt, sagte er. Verdi-Landesbezirksleiterin Leni Breymaier trommelte für den Plan: "Die Arbeitgeber können nicht die ganze Zeit über Fachkräftemangel und lebensbegleitendes Lernen reden und dann kneifen, wenn es darauf ankommt." Die Bildungszeit funktioniere seit Jahren in praktisch allen anderen Bundesländern. "Das wird sie bei uns auch." SPD-Generalsekretärin Katja Mast nannte das Vorhaben eine "echte Investition" in die Zukunft des Landes.

Baubranche im Allzeithoch

Der jüngsten Konjunkturumfrage der Kammern im Land zufolge haben sich die Auftragsbücher der Betriebe seit Jahresanfang weiter gefüllt. "Sowohl das außenwirtschaftliche Umfeld wie auch die Inlandsnachfrage sind momentan äußerst erfreulich", sagte Kulitz. Der Anteil der Unternehmen, die ihre Geschäftslage als gut bezeichneten, sei seit Jahresanfang um drei Prozent gestiegen und liege jetzt bei über 49 Prozent. Besonders stark verbessert habe sich die Lage in der Industrie. In der Baubranche sprechen die Betriebe sogar von einem Allzeithoch. Im Handel hätten sich die erfreulichen Tendenzen verstärkt.

Mehr als ein Fünftel will Belegschaft aufstocken

Sorgen bereitet der Wirtschaft die Ukraine-Krise. So gingen die Ausfuhren aus dem Südwesten nach Russland in den ersten beiden Monaten des Jahres um 17 Prozent auf 643 Millionen Euro zurück, berichtete Kulitz unter Berufung auf das Statistische Landesamt. In die Ukraine verkauften die Exporteure sogar um ein Fünftel weniger als noch im Vorjahr. Doch die insgesamt gute Stimmung der Südwest-Wirtschaft werde dadurch nicht beeinträchtigt, teilte Kulitz mit. Denn: Mehr als ein Fünftel der über 4.000 befragten Firmen will ihre Belegschaft aufstocken. Nur elf Prozent rechneten mit einem Abbau von Personal.

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Schlagworte zum Thema:  Berufliche Weiterbildung, Weiterbildung

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