| Gesetzentwurf

DGB warnt vor Ausweitung der Minijobs

Der DGB spricht sich gegen die Ausweitung von Minijobs aus.
Bild: Julien Christ ⁄

Der Deutsche Gewerkschaftsbund hat die Bundesregierung vor negativen Folgen einer Ausweitung der Minijobs gewarnt.

"Es wird für Arbeitgeber noch attraktiver, Arbeitsplätze umzuwandeln und so reguläre Beschäftigung mit sozialer Sicherung und angemessener Bezahlung zu verdrängen", heißt es in einer DGB-Stellungnahme zu einem Gesetzentwurf von Union und FDP. Nach den Plänen der Koalition soll die Verdienstgrenze, bis zu der Arbeitnehmer von Steuern und Sozialabgaben befreit sind, von 400 auf 450 Euro steigen. "Dem Staat und den Sozialversicherungen gehen dadurch noch höhere Einnahmen verloren und die soziale Sicherung der Betroffenen wird weiter geschwächt", kritisiert der DGB.

Ausgesprochener Niedriglohnbereich 

Im Jahr 2010 habe die Hälfte aller Minijobber einen Stundenlohn von weniger als sieben Euro bekommen und ein Viertel sogar weniger als fünf Euro. "Minijobs sind ein ausgesprochener Niedriglohnsektor", heißt es in dem DGB-Papier. Der DGB schlägt vor, alle Beschäftigungsverhältnisse vom ersten Euro an in den vollen Sozialversicherungsschutz einzubeziehen. Bis zu einer Verdienstgrenze von 800 Euro sollten die Sozialbeiträge gleitend ansteigen. "Das Minijobsystem hat sich als Irrweg erwiesen und Irrwege sollte man nicht weiter beschreiten, sondern verlassen und umkehren", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach.

Schlagworte zum Thema:  Minijob, Minijob-Reform, Deutscher Gewerkschaftsbund, Gesetzentwurf

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