15.07.2010 | Recht & Personal

Gesellschafter haften für ungeeigneten Geschäftsführer

Die Haftungsbegrenzung durch die Rechtsform der GmbH kann leerlaufen, wenn die Gesellschafter den Fehler machen, einen laut Gesetz ungeeigneten Geschäftsführer einzusetzen: Im Ernstfall haften letztlich sie.

Durch die GmbH-Reform sind die Auswahlkriterien für Geschäftsführer strenger geworden. Schon nach früherem Recht existierte ein sogenannter Ausschlusskatalog für Geschäftsführer. Danach konnte zum Beispiel jemand nicht Geschäftsführer werden, der wegen einer Insolvenzstraftat in den letzten fünf Jahren vor seiner Bestellung zum Geschäftsführer verurteilt worden war.
Dieser Katalog ist durch das MoMiG erheblich erweitert worden. Laut § 6 Abs.2  GmbHG kann jemand nicht zum Geschäftsführer bestellt werden, der bereits früher im Zusammenhang mit der Gründung einer GmbH vorsätzlich falsche Angaben gemacht hat, wegen Betrugs, Untreue oder Vorenthalten von Arbeitsentgelt zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden ist.
Eine besondere Haftung in Zusammenhang mit dem Ausschlusskatalog droht nach der neu eingeführten Regelung § 6 Abs. 5 GmbHG den Gesellschaftern: Haben die Gesellschafter einer Person, die nach § 6 Abs. 2 GmbHG enthaltenen Ausschlusskatalog nicht Geschäftsführer sein darf, gleichwohl die Führung der Geschäfte überlassen, so haften sie für den der GmbH hieraus entstandenen Schaden.

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