04.04.2012 | Recht & Personal

Generation Y setzt auf Weiterbildung

Berufseinsteiger von heute erwarten viel im ersten Job. Dabei wollen sie vor allem eines: sich von Anfang an weiterentwickeln. Unternehmen, die vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, können somit am meisten punkten, zeigt eine aktuelle Studie der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

Für 43 Prozent der 25- bis 35-Jährigen sind Weiterbildungsangebote sehr wichtig. 60 Prozent dieser Altersgruppe halten sie sogar für ausschlaggebend bei der Wahl ihres Arbeitgebers. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Umfrage unter 1.002 Erwerbstätigen im Rahmen der "DUW-Studie zur Mitarbeitermotivation: Motivieren, Binden, Weiterbilden" der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

 

50plus eher weiterbildungsmüde

Die Studie zeigt aber auch, dass mit zunehmendem Alter Weiterbildung für Arbeitnehmer an Bedeutung verliert: So halten nur noch 30 Prozent der Befragten, die 36 Jahre und älter sind, sie für "sehr wichtig". Gefragt nach der Bedeutung von Aufstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten, ist der Unterschied sogar noch deutlicher: 37 Prozent der 25- bis 35-Jährigen finden dies "sehr wichtig", aber nur noch 17 Prozent der 56- bis 65-Jährigen.

"Unternehmen brauchen aber heute", so Prof. Dr. Ada Pellert, Präsidentin der DUW, "angesichts des demographischen Wandels Mitarbeiter, die auch mit 50plus noch Interesse an ihrer beruflichen Weiterentwicklung haben." Experten sehen dabei vor allem die Arbeitgeber in der Pflicht. "Viele investieren nicht genug in die älteren Mitarbeiter. Sie profitieren weniger von Weiterbildungsangeboten als die jüngeren Kollegen", sagt beispielsweise der Psychologe und Personalberater Hugo M. Kehr. "Auch Wissen veraltet. Deshalb ist es wichtig, dass die Berufserfahrenen ihre Kompetenzen erweitern."

 

Jeder Fünfte unzufrieden mit Weiterbildungsangebot

Arbeitgeber, die Weiterbildungsmöglichkeiten anbieten, sind begehrt. Von allen Befragten würde mehr als die Hälfte (54 Prozent) einen neuen Arbeitgeber gezielt danach aussuchen. Unternehmen, die sich hier gut aufstellen, haben beste Chancen im "War for Talents". Denn 19 Prozent der befragten Erwerbstätigen sind mit den Weiterbildungsmöglichkeiten in ihrem aktuellen Job unzufrieden. Bei der Altersgruppe zwischen 36 und 45 sagen dies sogar 21 Prozent – knapp jeder Fünfte also.

"Weiche Faktoren wie Arbeitsklima, Führungskultur und Weiterbildungsmöglichkeiten werden am Arbeitsplatz immer wichtiger", so Pellert. "Arbeitgeber, die diesen veränderten Bedürfnissen der Mitarbeiter nicht nachkommen, können sie auch nicht mehr nachhaltig motivieren." Dies gilt insbesondere für die Generation Y: Diese sucht dann nach anderen Möglichkeiten der Weiterentwicklung – vielleicht bei einem neuen Arbeitgeber.

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