13.04.2012 | Recht & Personal

Freundschaftsdienst ohne Versicherungsschutz

Reine Freundschaftsdienste fallen nicht unter den Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, entschied das Sozialgericht Karlsruhe. Entscheidend sei, dass der Helfer nicht wie ein normaler Beschäftigter arbeite.

Bei der Feststellung, ob es sich um eine versicherte Tätigkeit handelt, kommt es jedoch darauf an, ob es sich um eine Hilfe handelt, die über einen normalen Freundschaftsdienst hinausgeht. Das entschied das Sozialgericht Karlsruhe am 30.1.2012 (S 1 U 2650/11), teilt die Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltvereins mit.

Verletzt beim Carportbau

Ein gelernter Zimmermann half einem befreundeten Lehrer unentgeltlich beim Aufbau eines Carports auf dessen Grundstück. Der Handwerker hatte seine Mithilfe aus Freundschaft zu dem Bauherrn angeboten. Am vierten Tag der Zusammenarbeit verletzte sich der Zimmermann.

Die gesetzliche Unfallversicherung lehnte die Anerkennung des Unfalls als Arbeitsunfall ab, da der Mann nicht wie ein Arbeitnehmer für den Bauherrn tätig gewesen sei.

Nicht versichert, da nicht wie ein Arbeitnehmer tätig

Das Urteil: Das Gericht gab der Versicherung Recht. Der Kläger habe zum Unfallzeitpunkt nicht wie ein Beschäftigter gearbeitet. Vielmehr habe er einen reinen Freundschaftsdienst erbracht. Der Kläger selbst habe wiederholt seine Hilfeleistungen für den Bauherrn als Gefälligkeit bezeichnet. Er betrachtete diese als Gegenleistung dafür, dass ihm der Bauherr seinerseits geholfen habe, die Folgen seiner Lese- und Rechtschreibschwäche zu bewältigen.

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