15.07.2015 | Frauenquote

Männliche Monokulturen in den Vorstandsetagen

Die Vorstände börsennotierter Unternehmen sind männliche Monokulturen.
Bild: Onyx/F1online

Schlechte Bilanz für börsennotierte Unternehmen - zumindest wenn es um den Frauenanteil geht: Lediglich 5,4 Prozent der Vorstandsposten sind mit Frauen besetzt. Die Konzerne bemühen sich um einen Wandel.

Der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen in Deutschland geht weiter zurück. Das zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Demnach sind lediglich 36 der insgesamt 667 Vorstandsposten mit Frauen besetzt. Das entspricht einem Anteil von 5,4 Prozent. Vor einem Jahr waren es 5,55 Prozent, 2013 noch mehr als 6 Prozent. Untersucht wurden 160 Firmen aus den Börsenindizes Dax, MDax, SDax und TecDax. "In den Vorstandsetagen hat sich unter dem Strich bislang wenig getan: Sie bleiben männliche Monokulturen», sagte Ana-Cristina Grohnert von EY einer Mitteilung zufolge. Allerdings vollziehe sich ein "Mentalitätswandel". Immer mehr Unternehmen arbeiteten intensiv daran, dass mehr Frauen die Türen zu Führungestagen geöffnet würden. Lediglich die Dax- und SDax-Unternehmen konnten ihren Frauenanteil steigern: Eine Frau kam jeweils neu hinzu. Im MDax lag der Frauenanteil bei lediglich 2,6 Prozent. Der Anteil der Unternehmen mit mindestens einer Frau im Vorstand beträgt im Dax derzeit 40 Prozent - der höchste Anteil unter den Indizes.

Transport und Logistik auf Platz 1

Am höchsten ist der Frauenanteil im Bereich Transport und Logistik (14 Prozent), an Platz zwei liegt die Telekommunikationsbranche (11 Prozent). Im Energiesektor ist indes derzeit kein einziges Vorstandsmitglied weiblich. Die erst im Frühjahr gesetzlich festgelegte Frauenquote von 30 Prozent gilt lediglich für die Aufsichtsräte der gut 100 größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland und tritt 2016 in Kraft. Eine Studie der Personalberatung Russell Reynolds aus dem Juni hatte gezeigt, dass nicht ganz die Hälfte der Unternehmen die Quote bereits erfüllt. Der Verein Frauen in die Aufsichtsräte (Fidar) hatte vergangene Woche den Unternehmen vorgeworfen, die Frauenquote zu ignorieren.

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