15.12.2015 | Jobs für Flüchtlinge

Familienunternehmen wollen "Wirtschaftswunder" schaffen

Der Verband der Familienunternehmer macht Vorschläge zur Beschäftigung von Flüchtlingen.
Bild: PhotoDisc Inc.

Eine Million zusätzliche Arbeitsplätze - in kurzer Zeit für überwiegend wenig qualifizierte Flüchtlinge. Mit einem Reformpaket weit über die Agenda 2010 hinaus ist das zu schaffen, glaubt der für Familienunternehmen zuständige Verband. Und macht Vorschläge.

Mit einem neuen "Wirtschaftswunder" können nach Ansicht der Familienunternehmen in Deutschland eine Million Arbeitsplätze für Flüchtlinge geschaffen werden. Der Verband "Die Familienunternehmer" fordert ein Reformpaket, das weit über die "Agenda 2010" von Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hinausgehen müsse. "Ein drittes deutsches Wirtschaftswunder (nach dem nach 1949 und dem nach 2009) ist nötig - und möglich", heißt es in einem Papier des Verbandes. Die Familienunternehmer schlagen vor, die duale Ausbildung um eine dritte Säule zu erweitern. Teil dieser trialen Ausbildung wäre neben der Praxis im Betrieb und der Berufsschule der Erwerb der deutschen Sprache. Dies könne dazu führen, dass sich die Ausbildungszeit auf vier Jahre verlängere. Firmen, die Auszubildende ohne ausreichende Sprachkenntnisse beschäftigen, sollten Zuschüsse von 1.000 Euro pro Monat und Migrant für zwei Jahre erhalten - nicht als Subvention, sondern als Dienstleistungsvertrag mit dem Staat.

Abfindungsmodell statt Kündigungsschutz

Für alle zusätzlichen Stellen, die in Deutschland zunächst bis 2020 geschaffen werden - ob für Migranten oder einheimische Arbeitslose -, sollten die Sozialversicherungsbeiträge halbiert werden. Der Mindestlohn von 8,50 Euro die Stunde sei für die große Zahl der wenig- bis unqualifizierten Flüchtlinge eine echte Barriere für den Einstieg in den Arbeitsmarkt. "Um möglichst vielen längere Zeiten des Nichts-Tun-Dürfens zu ersparen, ist eine komplette Abschaffung des Mindestlohns erforderlich", heißt es. Das könne zeitlich befristet und auf zusätzliche Stellen begrenzt werden. Damit Unternehmen trotz der schlechten Qualifikationen vieler Flüchtlinge risikobereiter bei Einstellungen werden, sollte der Kündigungsschutz schrittweise in ein Abfindungsmodell umgewandelt werden, heißt es weiter. Bei der "trialen Ausbildung" sollte der Kündigungsschutz gelockert oder ganz ausgesetzt werden. Asylberechtigte müssten sofort in Zeitarbeitsfirmen arbeiten dürfen.

Schlagworte zum Thema:  Arbeitsmarkt, Familienunternehmen, Flüchtlinge

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