| EuGH-Urteil

Resturlaub bleibt bei Wechsel auf Teilzeit erhalten

Beim Umstieg auf Teilzeit bleibt der Resturlaub voll erhalten.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Bei einem Wechsel von Voll- auf Teilzeit wurde Arbeitnehmern ihr Resturlaub bislang entsprechend gekürzt. Diese Praxis hat der Europäische Gerichtshof nun für unzulässig erklärt (Az.: C-415/12).

Auf die Entscheidung weist der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hin. Der Urlaubsanspruch, den ein Angestellter in Vollzeit erworben hat, bleibt beim Wechsel auf Teilzeit somit erhalten. In dem verhandelten Fall war eine Arbeitnehmerin beim Land Niedersachsen seit 2009 in Vollzeit unbefristet beschäftigt. 2010 war die Frau schwanger - bis zur Entbindung durfte sie wegen eines Beschäftigungsverbots durch den Arzt nicht arbeiten. Danach stieg sie in Teilzeit wieder ein. Der Frau stand beim Wiedereinstieg in den Beruf noch ein Resturlaub von 29 Urlaubstagen zu. Diesen Anspruch kürzte der Arbeitgeber entsprechend ihrer Teilzeitarbeit auf 17 Tage.

Keine Diskriminierung von Teilzeitbeschäftigten 

Diese anteilige Berechnung erklärte der Europäische Gerichtshof jedoch für unzulässig. Dem Arbeitnehmer müssen bei einem Wechsel auf Teilzeit die bereits erworbenen Urlaubsansprüche in vollem Umfang erhalten bleiben, so die Richter. Sonst liege ein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot von Teilzeitbeschäftigten vor.

 

Schlagworte zum Thema:  Teilzeit, Resturlaub, Diskriminierungsverbot, EuGH, Teilzeitarbeit

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