| Einkommenskluft

Frauen verdienen deutlich weniger als Männer

Nur wenige Frauen gehören zu den Spitzenverdienern.
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Dass Frauen weniger als Männer in vergleichbaren Positionen verdienen, ist durch viele Studien belegt. Eine neue Analyse ergibt jedoch, dass die Unterschiede in den meisten Einkunftsarten nicht gering, sondern eklatant sind.

Ob Gehalt, Rente oder Arbeitslosengeld: Über alle Einkommensarten hinweg schneiden Frauen einer Studie zufolge schlechter ab als Männer. Zu diesem Ergebnis kommt die Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Zwar bezieht sie sich auf Zahlen von 2007. Demnach verdienten Frauen durchschnittlich - über alle Einkommensarten hinweg - nur 49 Prozent des Pro-Kopf-Bruttoeinkommens von Männern. Grundlage dafür ist laut DIW die Lohn- und Einkommensteuerstatistik, zu der aber keine neueren Daten vorlägen.

Auch bei den Spitzenverdienern wenige Frauen 

Zwar gingen mittlerweile mehr Frauen einer Tätigkeit nach, zugleich arbeiteten aber mehr in Teilzeit. "Am Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern dürfte sich daher nur wenig geändert haben", sagt DIW-Forscher Stefan Bach. Frauen ergriffen häufiger als Männer Berufe, die schlechter bezahlt würden. Und obwohl sie weniger verdienten, müssten Frauen auch noch verhältnismäßig viel Steuern bezahlen. In den unteren Einkommensgruppen mit bis zu 25.000 Euro Bruttojahreseinkommen stellten die Frauen die größte Gruppe. In den höheren Einkommensklassen wendet sich das Bild zu ihren Ungunsten. So erzielten doppelt so viele Männer wie Frauen ein Bruttoeinkommen von 40.000 Euro im Jahr. Vor allem unter den Spitzenverdienern seien nur verhältnismäßig wenig Frauen. In der Gruppe der Bruttoeinkommen von mehr als 75.000 Euro seien 80 Prozent Männer, aber nur 20 Prozent Frauen.

Frauen erzielen 61 % des Pro-Kopf-Einkommens der Männer

Wird nur auf das Arbeitseinkommen abgestellt, so ergibt sich ein ähnliches Bild - bei den hohen Arbeitseinkommen finden sich nur wenige Frauen. Insgesamt erzielen Freuen den Daten der ausgewerteten Steuerstatistik zufolge etwa 61 Prozent des Pro-Kopf-Arbeitseinkommens der Männer. Einen ähnlich hohen Abstand gebe es bei den Renten, Pensionen und Lohnersatzleistungen. Gewinneinkommen erzielen nur gut halb so viele Frauen wie Männer. Dabei geht es um Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit. Nur beim Einkommen aus Kapitalvermögen sei der Abstand geringer. Bei Einkünften aus der Vermietung hätten die Frauen sogar ein leicht höheres durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen, heißt es in der DIW-Analyse.

Lohnlücke beträgt 22 Prozent

Dass die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern groß sind, haben viele Vergleichsanalysen belegt. Das Statistische Bundesamt hatte beispielsweise im Frühjahr mitgeteilt, dass ungeachtet aller Gleichstellungsbestrebungen die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern auf Basis der Stundenlöhne 2013 unverändert bei 22 Prozent gelegen habe.

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Schlagworte zum Thema:  Löhne und Gehälter

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