01.08.2011 | Recht & Personal

Direkter Wettbewerb effizienter als Gruppendynamik

Purer Wettbewerb macht Männer leistungsbereiter als Teamwork in Gruppen, während Frauen auf nicht-monetäre Anreize kaum reagieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie italienischer Wissenschaftler, die das Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) veröffentlichte.

Die aktuelle Analyse der Bologneser Wissenschaftler Maria Bigoni, Margherita Ford, Mattia Nardotto und Tommaso Reggiani basiert auf einem Feldversuch unter Studierenden, die für den Bachelor in Ökonometrie an der Universität Bologna eingeschrieben sind. Untersucht wurde das Leistungsverhalten der angehenden Wirtschaftsfachleute beziehungsweise wie dieses angestachelt werden kann.

Anreizsysteme oder Wettbewerb

Die Studie verzichtet auf "monetäre Anreize" und sucht nach neuen Ansätzen. Was wirkt besser: Anreizsysteme wie der Wettbewerb um Extrapunkte für gute Noten oder die Förderung von Teambildung zum gemeinsamen Erreichen des Ziels? Die Studenten wurden dabei einem der drei ausgewählten Systeme nach dem Zufallsprinzip zugeordnet. Ein Zweierteam, in dem der Wettbwerb gefördert wurde, ein größeres Team, dass kooperieren und Informationen austauschen konnte und ein Team, das eine Art Kontrollinstanz darstellte zur Basis, dem der Informationsaustausch nicht gestattet war.

"Turnier-Druck" erzeugt Mehrleistung

Wie bereits in früheren Studien stellte sich heraus, dass Männer deutlich anfälliger für Wettbewerbssituationen sind als Frauen. So betrug der geschätzte Mehraufwand, den etwa direkt konkurrierende männliche Studenten erbrachten, zwischen 33 und 49 Prozent:Verbrachte ein Student, der zur Kooperation mit Kommilitonen eingeteilt war, drei Nachmittage in der Prüfungsvorbereitung, lernte der Student, der Mann gegen Mann unter "Turnier"-Druck stand, freiwillig einen Nachmittag mehr.

Frauen reagieren auf monetäre Anreize

Bei den untersuchten weiblichen Studierenden zeigte die pure Konkurrenzsituation hingegen keinerlei signifikante Änderung des Lern- und Leistungsverhaltens, während sie weitaus anfälliger für monetär äquivalente Anreize in Form von Bonuspunkten für gute Noten waren. Auch dies entspricht älteren Untersuchungen, in denen sich Frauen für Prämienzahlungen anfälliger zeigten als ihre männlichen Kollegen.

Teamworker im Nachteil

Insgesamt wurde im aktuellen Feldversuch geschlechterunabhängig eine im Vergleich zu den Zweier-Wettkampfgruppen eine eher schwache Steigerung der Leistung bei den Teamworker beobachtet, die nicht mit der Basis kooperierten. Als weiterer Nachteil dieser Konstellation erweisen sich etwa auch Manipulationsversuche, mittels derer sich die vermeintlich stärkeren Studenten mit Kontrollfunktion einen Vorteil gegenüber Studenten an der Basis verschaffen wollten. Auch die Ergebnisse der Teamarbeit in Kopperation waren nicht zwingend besser oder vielfältiger als etwa die Ergebnisse der Wettbewerber Mann gegen Mann, sondern es kamen die einzelnen Kooperationspartner häufig zum gleichen Lernergebnis.

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