Deutschlands Arbeitgeber müssen noch mehr investieren, um die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter aufzubauen. Das zeigt der Digital-Atlas Deutschland. Bild: Julien Christ ⁄

Den Mangel an digitalen Kompetenzen sehen Unternehmen in Deutschland als größtes Hindernis für die Digitalisierung. Das ist ein Ergebnis des "Digital-Atlas Deutschland". Den Breitbandausbau sehen die Unternehmen hingegen als weniger wichtig an.

Der Studie "Digital-Atlas" zufolge werden Fähigkeiten wie selbstständiges Arbeiten, Organisieren-können und Teamgeist für Arbeitnehmer bei fortschreitender Digitalisierung an ihrem Arbeitsplatz immer wichtiger. Neben fachlichem Know-how würden eine grundsätzliche technologische Neugier und Soft Skills als zunehmend wichtige Erfolgsfaktoren gelten. 



Daran muss gearbeitet werden. Denn laut Befragung liegen für 58 Prozent der befragten Unternehmen die größten Herausforderungen im Bereich fehlender Kompetenzen und Fachkräfte. Die unzureichende Breitbandversorgung dagegen sehen nur 25 Prozent als Hindernis für eine schnellere Digitalisierung.

Digitale Kompetenzen werden quer durch alle Unternehmensgrößen gefördert

Um die benötigten Kompetenzen aufzubauen, bieten kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihren Mitarbeitern demnach ebenso wie große Unternehmen umfangreiche Weiterbildungsmaßnahmen in formellen Formaten wie Seminare, Lehrgänge, Kurse oder Schulungen an. Weniger verbreitet seien speziellere Formate wie Job Rotation, selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Lernmedien oder eine lernförderliche Gestaltung der Arbeitsumgebung. 

In den digitalisierten KMUs würden alle Weiterbildungsformen häufiger angeboten als in weniger digital-affinen Unternehmen. Das zeigt sich besonders beim selbstgesteuertes Lernen mit digitalen Lernmedien. Über 80 Prozent der digitalisierten KMUs würden zumindest einigen Mitarbeitern dieses Format anbieten, bei den nur computerisierten Unternehmen seien es dagegen nur rund 43 Prozent. Entgegen mancher Befürchtungen, sei langfristig kein Nettoverlust von Arbeitsplätzen in Deutschland zu erwarten. Allerdings käme es zu "erheblichen Strukturverschiebungen", denen man mit einer entsprechenden Neuausrichtung der außer- und innerbetrieblichen Weiterbildung ("Up-Skilling") begegnen müsse.

Google Zukunftswerkstatt

Erstellt hat die mehr als 300-seitige Analyse auf Basis umfassender empirischer Daten das Institut der Deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH im Auftrag von Google.

Anlass der Veröffentlichung des 300 Seiten starken Dokuments war die Eröffnung der zweiten Google-Zukunftswerkstatt in Deutschland. In Hamburg und München bietet der US-Konzern unter anderem mit Partnern wie den örtlichen IHKs und dem Fraunhofer IAIS  digitale Bildungsangebote von Datenschutz und Datensicherheit über digitales Marketing für den Mittelstand bis hin zu Programmierkursen für Schulen und Lehrer an. Bis 2020 will man mit der Zukunftswerkstatt rund zwei Millionen Menschen in Deutschland erreichen.


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Schlagworte zum Thema:  Weiterbildung, Digitalisierung, Betriebliche Weiterbildung

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