26.09.2011 | Recht & Personal

Die Probezeit soll viele Fragen klären

Eine Probezeit wird in der Regel zu Beginn eines neuen Arbeitsverhältnisses zum Zwecke der Erprobung vereinbart. Wie lange die Probezeit dauert ist unterschiedlich. Doch länger als sechs Monate muss sich der Arbeitnehmer in der Regel nicht bewähren.

In der Probezeit hat der Arbeitgeber die Möglichkeit, sich über die Qualitäten seines neuen Arbeitnehmers zu informieren. Dem Arbeitnehmer bietet sie die Chance, sich über die Anforderungen des Arbeitsplatzes im Klaren zu werden.

Wissenswertes über die Probezeit

- eine Vereinbarung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber ist nicht zwingend vorgeschrieben.

- Kernaspekt: Möglichkeit der einfachen und unproblematischen Beendigung des Arbeitsverhältnisses bei negativer Erprobung.

- Länge: hängt von den Umständen ab (bei einfachen Tätigkeiten i. d. R. bis zu drei Monate, bei höherwertigen Tätigkeiten bis zu sechs Monate)

- Kündigungsfrist: kürzer als gesetzlich vorgeschrieben (Normalerweise vier Wochen, innerhalb der Probezeit verkürzt sich die Frist nach § 622 Abs. 3 BGB auf zwei Wochen)

Allgemeiner Kündigungsschutz erst nach sechs Monaten

Viele Arbeitnehmer glauben, dass das Arbeitsverhältnis nur während der vereinbarten Probezeit unproblematisch und kurzfristig beendet werden kann. Den wenigsten ist bekannt, dass für eine Kündigung in den ersten Monaten kein gesonderter Grund angegeben werden muss. Und dies gilt auch ohne vorherige Vereinbarung einer Probezeit. Denn der allgemeine Kündigungsschutz beginnt erst, wenn das Arbeitsverhältnis sechs Monate besteht.

Welche Besonderheiten muss der Arbeitgeber beachten?

Üblich ist es, ein Gehalt für die Probezeit zu vereinbaren, das sich danach automatisch erhöht. Das Anfangsgehalt darf außerdem nicht wahllos gedrückt werden. Der Arbeitgeber muss sich nach den tariflich geltenden Mindestlöhnen richten.

Kranke Arbeitnehmer haben in den ersten Monaten allerdings kein Recht auf Entgeltfortzahlung. Erst nach einem viermonatigen Arbeitsverhältnis, besteht dieses Recht.

Auch Urlaub kann der Arbeitnehmer während der ersten Monate eventuell nicht nehmen. So ist im Bundesurlaubsgesetz geregelt, dass man während den ersten sechs Monaten kein Anrecht auf Urlaub hat. Der in den ersten sechs Monaten gesammelte Urlaub verfällt bei vorzeitiger Kündigung allerdings nicht. Der Arbeitnehmer hat das Recht, diesen anteilig zu nehmen oder ihn sich auszahlen zu lassen.

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