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Die Mitarbeiter kostenlos qualifizieren

Krisenbekämpfung mit Weiterbildung: Unter diesem Motto stellt der Staat Fördermittel für Arbeitgeber bereit, die die schlechte Auftragslage für die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter nutzen. Die Nachfrage der Betriebe hält sich jedoch bisher in Grenzen.

Wie eine aktuelle Studie von TNS Infratest im Auftrag der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) ergab, kennt ein Drittel der Unternehmen die staatlichen Förderungsmöglichkeiten nicht. Abhilfe schaffen kann hierbei die diesjährige Fachmesse Zukunft Personal: Vom 22. bis 24. September bietet sie einen Überblick über entsprechende Qualifizierungen.

Nie war Personalentwicklung für Arbeitgeber so günstig wie heute. Gleichzeitig spricht vieles dafür, gerade jetzt auf Weiterbildung zu setzen. Bleiben Aufträge aus, können Unternehmen die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten dennoch sinnvoll nutzen. Außerdem bauen Firmen für die Zukunft vor: Wer heute schon das eigene Personal fördert, hat im "War for Talents" zukünftig bessere Karten. Ferner kann sich Personalentwicklung schon mittelfristig lohnen: Sobald die Auftragslage wieder anzieht, geht das Unternehmen mit kompetenterem Personal an den Start.

Fördermöglichkeiten für nahezu jeden Betrieb

Die Fördermöglichkeiten sind so umfassend, dass nahezu jeder Betrieb von den staatlichen Zuschüssen für die Weiterbildung profitieren kann: Firmen erhalten nicht nur für Mitarbeiter in Kurzarbeit Unterstützung, sondern auch für alle gering qualifizierten und älteren Beschäftigten. Hinzu kommen verschiedene Weiterbildungsarten, die förderungswürdig sind. Sie reichen von Qualifizierungen, die auf die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter abzielen, wie etwa kaufmännische und technische Lehrgänge oder EDV-Basisqualifikationen, über das Nachholen eines Berufsabschlusses bis hin zu spezifischen Weiterbildungen zur Förderung der Kenntnisse am aktuellen Arbeitsplatz. Ausgenommen sind lediglich Lehrgänge, die Unternehmen ohnehin durchführen müssen, wie Produkt- oder Sicherheitsschulungen.

Diesem verlockenden Angebot zum Trotz zögern bisher viele Arbeitgeber. "Derartige Förderungsmöglichkeiten sind mir nicht bekannt", sagten 35 Prozent der Teilnehmer einer gemeinsamen Studie von TNS Infratest und SGD. Diese Wissenslücke können Personalentwickler auf der Messe Zukunft Personal schließen: Europas größte Fachmesse für Personalmanagement ist in drei Hallen unterteilt − eine davon (Halle 5.2, "Professional Training & Learning") ist ausschließlich dem Thema Weiterbildung gewidmet. Mehr als 200 Weiterbildungseinrichtungen zeigen dabei ihr Portfolio. Viele davon bieten AZWV-zertifizierte Lehrgänge an, die eine Voraussetzung für geförderte Weiterbildungen darstellen.

Wunsch nach mehr Flexibilität

Doch auch viele Unternehmen, die schon von den staatlichen Fördermöglichkeiten gehört haben, zögern häufig noch, ihren Beschäftigten eine Weiterbildung anzubieten. Die Bandbreite der Förderprogramme, die in punkto Auswahl von Vorteil ist, entwickelt sich bei fehlender Beratung schnell zum Nachteil: So manchem Personalentwickler fehlt der Durchblick. Angst vor Papierkram kommt hinzu. Ändern könnte sich das für die Besucher der Zukunft Personal am Informationsstand der Bundesagentur für Arbeit (Halle 5.1, K.42).

Ein weiterer Grund für die Zurückhaltung: Unternehmen befürchten, dass sie mit geförderten Qualifizierungen an Flexibilität verlieren. Denn sie möchten sowohl in der Krise als auch nach einem möglichen Aufschwung jederzeit auf Veränderungen in der Nachfrage reagieren können. Um den Arbeitgebern diese Unsicherheiten zu nehmen, haben viele Weiterbildungsanbieter ihr Portfolio angepasst. Zeitlich orientieren sich die Dienstleister zunehmend am Rhythmus der Unternehmen − beispielweise an den Kurzarbeitertagen. Insbesondere Fernlernanbieter wie SGD, ILS Professional oder das WebKolleg NRW, die auf der Zukunft Personal vor Ort sind, können sich ganz individuell an die Erfordernisse der Betriebe anpassen.

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