29.08.2011 | Recht & Personal

DGB wirft Unternehmen mangelnde Ausbildungsreife vor

Kurz vor Beginn des neuen Ausbildungsjahres hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) den Arbeitgebern Versäumnisse und Defizite angekreidet. "Viele Betriebe sind einfach nicht ausbildungsreif", sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock. Sie nutzten Azubis als billige Arbeitskräfte aus und hielten Überstunden sowie unregelmäßige Arbeitszeiten für normal.

"Viele Branchen, die über fehlende Auszubildende klagen, haben oft miese Ausbildungsverhältnisse", stellte Sehrbrock fest. Die Betriebe müssten attraktiver werden, "zum Beispiel, indem sie ihre Azubis besser bezahlen". Anfang August waren noch rund 135.000 offene Lehrstellen bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) registriert. Ihnen standen knapp 146.000 unvermittelte Bewerber gegenüber.

Warteschleifen mit fragwürdigem Nutzen

Angesichts des steigenden Bedarfs an Lehrlingen forderte die DGB-Vize die Arbeitgeber auf, endlich verstärkt junge Menschen mit Real- oder Hauptschulabschluss in die betriebliche Ausbildung zu integrieren. Unternehmen wählten noch immer "die besten Schulabgänger aus und schreiben den Rest als nicht ausbildungsfähig ab". 2010 waren nach offiziellen Zahlen rund 185.000 junge Leute länger als ein Jahr auf Lehrstellensuche, dabei meist in Warteschleifen-Maßnahmen mit zweifelhaftem Nutzen abgedrängt.

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