06.02.2012 | Recht & Personal

DGB-Chef Sommer für «vernünftige Reallohnzuwächse»

DGB-Chef Michael Sommer hat sich im Vorfeld der anstehenden Tarifauseinandersetzungen für "vernünftige Reallohnzuwächse" ausgesprochen. "Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland ist so robust, dass die Gewerkschaften durchaus vernünftige Reallohnzuwächse für die Arbeitnehmer realisieren können", sagte Sommer. Das sei auch ein Beitrag zur Stärkung der Binnenkonjunktur.

In der Metall- und Elektroindustrie und im Öffentlichen Dienst werden die Gewerkschaften in der kommenden Woche ihre Forderungen bekanntgeben. Zudem steht eine Tarifrunde in der Chemieindustrie an.

 

Keine Krisenstimmung

Sommer sieht in der Euro-Krise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Risiken kein Hindernis für Lohnzuwächse. "Es gibt in diesem Land keine Krisenstimmung und keinen Grund, eine Krise herbeizureden, die wir nicht haben." Die Konjunktur-Perspektiven für das zweite Halbjahr seien gut. Die Gewerkschaften hätten zudem in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie auch mit konjunkturellen Unsicherheiten gut umgehen könnten.

 

Scholz: Inländischen Konsum ankurbeln

Auch Hamburgs Bürgermeister, der SPD-Vize-Vorsitzende Olaf Scholz, plädierte für umfangreiche Tariferhöhungen. "Deutliche Lohnzuwächse würden auch den inländischen Konsum ankurbeln." Die meisten Arbeitnehmer hätten in den vergangenen Jahren de facto Lohneinbußen hinnehmen müssen. Scholz: "Nun ist es an der Zeit, die Löhne an der Produktivitätsentwicklung zu orientieren." Probleme sieht Scholz allerdings für den Öffentlichen Dienst. Angesichts der Kassenlage seien Lohnsteigerungen hier "eine große Herausforderung". Hamburg wolle den Konsolidierungspfad nicht verlassen.

 

Kampagne "Starkes Land - faire Löhne"

Beamtenbund (dbb) und seine Tarifunion kündigten eine Kampagne "Starkes Land - faire Löhne" an. Ein Info-Wagen soll noch vor den am 1. März beginnenden Tarifgesprächen quer durch Deutschland fahren und über die Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst informieren. "Wir wollen den Bürgern vor Ort unsere Arbeit vorstellen und um ihre Zustimmung dazu werben, dass gute Arbeit auch fair bezahlt werden muss", sagte dbb-Chef Peter Heesen.

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