28.03.2012 | Recht & Personal

DGB: Arbeitsplatz ist Stressfaktor Nummer eins

Jeder fünfte Arbeitnehmer in Deutschland macht wegen wachsender Arbeitsbelastung mindestens zehn Überstunden in der Woche. 52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich dabei erheblich gestresst und gehetzt - und zwar umso mehr, je länger sie arbeiten. Das sind zentrale Ergebnisse der jährlichen DGB-Umfrage „Gute Arbeit.“ Befragt wurden dieses Mal 6.083 Beschäftigte aus mehr als einem Dutzend Branchen.

Aus den Antworten lässt sich ablesen, dass die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit immer mehr verschwimmt: Gut ein Viertel (27 Prozent) der Beschäftigten muss nach eigenen Angaben sehr häufig oder oft auch in der Freizeit für die Firma erreichbar sein. Fast jeder Siebte (15 Prozent) arbeitet sehr häufig oder oft unbezahlt in der Freizeit. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten geben an, dass sie im Jahr 2011 mindestens zweimal zur Arbeit gegangen sind, obwohl sie sich „richtig krank“ gefühlt hätten.

Für DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach zeigt die Umfrage: „Der Arbeitsplatz gilt als Stressfaktor Nummer eins.“ 72 Prozent der Beschäftigten, die mehr als zehn Überstunden pro Woche machten, fühlten sich gehetzt. „Die psychischen Belastungen durch Arbeit sind so hoch, dass die Gesundheit und Leistungsfähigkeit der Beschäftigten gefährdet sind“, betont Buntenbach. Sie sieht die Arbeitgeber am Zug: Notwendig seien Arbeitsbedingungen, die weniger Stress produzieren“, kein Konditionstraining zur besseren Stressbewältigung.

Insgesamt arbeiten laut Umfrage zwei Drittel der Mitarbeiter (67 Prozent) länger als vertraglich vereinbart wurde. 25 Prozent aller Beschäftigten leisten bis zu fünf Überstunden in der Woche, 22 Prozent fünf bis neun Überstunden, elf Prozent zehn bis 14 Stunden und neun Prozent 15 und mehr Überstunden. Nur drei Prozent arbeiten weniger als im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

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