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Der Mittelstand wird weiblicher

In mittelständischen Unternehmen ist der Anteil der Frauen in Führungsfunktionen deutlich höher als in großen Firmen. Zu diesem Ergebnis kommt die zehnte Studie der Commerzbank-Initiative Unternehmerperspektiven mit dem Titel: „Frauen und Männer an der Spitze - so führt der deutsche Mittelstand".

„In kleineren und mittleren Betrieben übertrifft der Anteil von Frauen in den Spitzenpositionen die Quote bei den Dax-Konzernen um ein Vielfaches", betonte Commerzbank-Vorstand Markus Beumer bei der Vorstellung der Ergebnisse in Frankfurt. Ein Großteil dieser Frauen gehöre der jüngeren Führungskräftegeneration an.

4.000 Entscheider befragt

Für die Studie befragte TNS-Infratest 4.000 Entscheider in Unternehmen. Immerhin 20 Prozent der Befragten gaben an, dass in der Chefetage eine Frau sitzt. Kleine Firmen zwischen 2,5 und 12,5 Millionen Euro Jahresumsatz beschäftigen mit 21 Prozent die meisten Frauen. Unter den Gründern sind die Chefinnen mit 13 Prozent vertreten, bei den Inhabern und Teilhabern mit 14 Prozent, während das Gros der Frauen mit 24 Prozent unter den angestellten Managern zu finden ist.

Reaktion auf Fachkräftemangel

Die stärkere Förderung von Frauen im Mittelstand ist offenbar auch eine Reaktion auf den demografisch bedingten Fachkräftemangel: So sind 37 Prozent der Unternehmensführer bis 30 Jahre weiblich. Auch in der Altersgruppe 31 bis 45 Jahre ist der Frauenanteil mit 24 Prozent überdurchschnittlich hoch.

Sachlicher Führungsstil

Was das Führungsverständnis in den mittelständischen Chefsesseln betrifft, ergab die Studie, dass 81 Prozent der Führungskräfte ihren Führungsstil als sachlich einschätzen, 79 Prozent als teamorientiert und 75 als pragmatisch. Die Visionäre bleiben mit 25 Prozent und Charismatiker mit 19 Prozent die Ausnahme. Anders bei Unternehmen mit besonders guter Geschäftslage: Hier beschreiben 36 Prozent der Führungskräfte ihren Stil als visionär und 26 Prozent als charismatisch.

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