19.11.2013 | Lohnuntergrenze

Bundesbank warnt vor geplantem Mindestlohn

Die Bundesbank warnt vor dem geplanten Mindestlohn.
Bild: Haufe Online Redaktion

Die Bundesbank spricht sich klar gegen die Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland aus.

"Die gesetzliche Vorgabe einer allgemeinen Lohnuntergrenze stellt einen beträchtlichen Eingriff in die seit Jahrzehnten bestehenden Lohnfindungsstrukturen dar, der mit erheblichen Beschäftigungsrisiken verbunden sein kann", heißt es im Monatsbericht der Bundesbank. Gegenwärtig erhielten ein Sechstel der Arbeitnehmer Stundenvergütungen von weniger als 8,50 Euro. Der Betrag entspricht der zurzeit von Union und SPD diskutierten Lohnuntergrenze. "Ein recht hoch angesetzter allgemeiner Mindestlohn dürfte Auswirkungen auf das gesamte Tarifgefüge haben und könnte weitere Lohnanhebungen anstoßen."

SPD könnte sich durchsetzen 

Die gesetzliche Festlegung eines Mindestlohns über alle Branchen hinweg ist Gegenstand der laufenden Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und SPD. Die Forderung war ein Hauptbestandteil des Wahlkampfs der SPD. Ranghohe Parteivertreter haben mehrfach erklärt, dass eine Koalitionsvereinbarung nur möglich sei, wenn ein allgemeiner Mindestlohn kommt. Die Union hatte sich im Wahlkampf gegen branchenübergreifende Lösungen ausgesprochen. Zurzeit sieht es sehr danach aus, dass sich die SPD mit ihrer Forderung durchsetzen kann.

Viele Ökonomen sind skeptisch 

Die Bundesbank reiht sich in eine lange Reihe von Kritikern ein. Viele Ökonomen aus Forschungsinstituten und Banken stehen einer allgemeinen Lohnuntergrenze sehr zurückhaltend gegenüber. Argumentiert wird, dass ein zu hoch festgesetzter Mindestlohn Arbeitsplätze insbesondere von Geringqualifizierten infolge höherer Arbeitskosten auf Unternehmensseite vernichten kann. Die gegenwärtig diskutierte Untergrenze von 8,50 Euro je Stunde gilt im europäischen Vergleich als recht hoch.

Schlagworte zum Thema:  Mindestlohn, Lohnuntergrenze, Deutsche Bundesbank

Aktuell

Meistgelesen