04.11.2011 | Recht & Personal

Bundesagentur sieht bessere Jobchancen für Behinderte

Zunehmender Fachkräftemangel verbessert nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) allmählich die Jobchancen für Schwerbehinderte. In Regionen mit niedriger Arbeitslosigkeit und hohem Bedarf schlage sich das bereits in den Vermittlungszahlen nieder, sagte BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt in Erfurt.

Appell an Unternehmen

"Wo der Markt am stärksten Kräfte verlangt, da ist die Flexibilität der Arbeitgeber am größten." Bundesweit liege aber zur Zeit die Zahl von arbeitslosen Schwerbehinderten höher als vor einem Jahr. Alt appellierte an Unternehmen, sich "positiv" mit dieser Gruppe auseinanderzusetzen, in der es viele gut ausgebildete Fachkräfte gebe. "Das funktioniert aber nur dann, wenn das Thema Chefsache ist."

Positive Einstellung gefragt

An der Einrichtung eines behindertengerechten Arbeitsplatzes scheitere eine Einstellung angesichts der Fördermöglichkeiten und Hilfen der Agentur eigentlich nie. "Nötig sind Kreativität und eine positive Einstellung", sagte Alt beim Besuch der Erfurter Niederlassung des Zeitarbeitsunternehmens Stegmann. Es setzt für die elektronische Archivierung seines Aktenmaterials auf zwei Teams in Erfurt und Weiden (Bayern), in denen nur Schwerbehinderte arbeiten.

Vermittlungsquote um zehn Prozent gestiegen

Nach Agenturangaben sind bundesweit 174.000 Schwerbehinderte arbeitslos, 1.600 mehr als ein Jahr zuvor. Gleichzeitig sei in diesem Jahr bisher die Vermittlungsquote um zehn Prozent auf 54 000 gestiegen. 6,3 Prozent aller Arbeitslosen sind schwerbehindert. Eine eigene Arbeitslosenquote für Schwerbehinderte gibt es nicht. Von 982.000 sogenannten Pflichtplätzen für Schwerbehinderte in Unternehmen ab 20 Mitarbeitern sind nach Agenturangaben derzeit ein Viertel nicht besetzt, wofür die Unternehmen dann eine Abgabe zahlen müssen.

Aktuell

Meistgelesen