03.03.2016 | PwC-Studie

Betriebsrente kann für Arbeitgeberwahl entscheidend sein

41 Prozent der Arbeitnehmer kennen ihre eigene arbeitgeberfinanzierte Versorgung nicht.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Eine Betriebsrente kann für Arbeitnehmer ein Kriterium bei der Wahl des Arbeitgebers sein. Doch viele Unternehmen versäumen es einer Umfrage zufolge, Beschäftigte ausreichend über diese Möglichkeiten zu informieren.

Dabei besteht bei Arbeitnehmern großes Interesse an einer zusätzlichen Altersabsicherung. Dies geht aus einer Studie "Missverständnis betriebliche Altersversorgung" der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) hervor, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Gerade qualifizierte Mitarbeiter schätzen der Umfrage zufolge die Möglichkeit einer Betriebsrente besonders. Für mehr als zwei Drittel der jungen Akademiker sei ein solches Angebot des Arbeitgebers ein Kriterium bei der Stellenwahl. Diese Altersvorsorge gehöre zu den beliebtesten Zusatzleistungen. Nur Weiterbildungsmöglichkeiten würden als noch wichtiger eingestuft.

Beschäftigte zahlen im Schnitt 362 Euro in die bAV

Allerdings kennen 41 Prozent ihre eigene arbeitgeberfinanzierte Versorgung nicht. Und weniger als ein Drittel entscheidet sich für die Entgeltumwandlung, also die steuerfreie direkte Einzahlung eines Teils der Bruttobezüge in eine freiwillige Zusatzrente. Offensichtlich wird diese Möglichkeit im Unternehmen unzureichend kommuniziert. Laut Statistischem Bundesamt zahlten die Beschäftigten 2012 im Schnitt 362 Euro in ihre betriebliche Altersvorsorge. Das entsprach einem Gesamtvolumen von 9,5 Milliarden Euro. Die Investitionen in die "Riester-Rente" lagen bei 10,1 Milliarden. "Bei der betrieblichen Altersversorgung besteht dringender Handlungsbedarf", sagte Jürgen Helfen, Partner bei PwC und Experte für Altersversorgungssysteme. Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) hatte Anfang vergangenen Jahres angekündigt, künftig deutlich mehr Arbeitnehmer in den Genuss einer Betriebsrente zu bringen - quasi als Ergänzung zur staatlichen und privaten Vorsorge. Die Betriebsrente mit 17,8 Millionen Anspruchsberechtigten sei ausbaufähig. Nahles will die Betriebsrente über Tarifverträge stärken.

Jobwechsel sollen sich nicht negativ auf die bAV auswirken

In einem ersten Schritt sollen sich Jobwechsel für Arbeitnehmer nicht mehr negativ auf Betriebsrenten auswirken. Außerdem sollen die Fristen, nach denen Anwartschaften nicht mehr verfallen können, deutlich verkürzt werden - ganz im Sinne junger mobiler Beschäftigter. Mit dem Gesetzentwurf setzte Nahles Vorgaben aus Brüssel um, mit denen die EU die Mobilität von Arbeitnehmern erhöhen will. Die Verbesserungen für die Beschäftigten dürften die Wirtschaft nach dem Entwurf rund 155 Millionen Euro kosten. Im vergangenen Monat beschloss der Rechtsausschuss des Bundestages, Unternehmen, die ihren Mitarbeitern eine Betriebsrente anbieten, bei den Pensionsrückstellungen zu entlasten. Es solle Erleichterungen bei der Bewertung der milliardenschweren Rückstellungen geben.

>> Das könnte Sie auch interessieren:

Schlagworte zum Thema:  Betriebliche Altersversorgung, Employer Branding, Studie

Aktuell

Meistgelesen