11.01.2012 | Recht & Personal

Besser nicht mit Tricks zurück in die GKV wechseln

Für den Wechsel von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung gelten strenge Regeln. Die sollte man kennen - und auch einhalten. Sonst droht großer Ärger. Auf keinen Fall lohnt es sich, nur das Versicherungsunternehmen wechseln zu wollen.

Privatversicherte sollten ehrlich sein, wenn sie wieder in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) zurück wollen. "Sich ein Wechselrecht mit Tricks zu erschleichen, ist gefährlich", mahnt Thorsten Rudnik vom Bund der Versicherten. Fliege der Schwindel auf, verlören die Versicherten unter Umständen ihren Schutz in der GKV und müssten sich wieder privat versichern. Auch Schadenersatzforderungen seien eine mögliche Folge.

Der Wechsel von der privaten Krankenversicherung (PKV) in die gesetzliche ist an strenge rechtliche Vorgaben geknüpft. "Wer im Jahr weniger als 50.850 Euro brutto verdient, wird wieder in der GKV pflichtversichert", erklärte Rudnik. Auch Bezieher von Arbeitslosengeld könnten sich eine gesetzliche Kasse suchen. "Bezieher von ALG II müssen allerdings in der PKV bleiben." Auch wer älter als 55 Jahre ist, könne nicht mehr in die GKV zurück.

Allerdings könnten Privatversicherte mit ihrem Arbeitgeber darüber verhandeln, das Gehalt zu reduzieren. "Dadurch würde ich dann wieder unter die Versicherungsgrenze rutschen und wäre damit wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert", sagte Rudnik. Über die Einzelheiten sollten Betroffene aber auch mit der Krankenkasse sprechen. Denn für einen Verbleib in der GKV müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Haben Privatversicherte keine Möglichkeiten, wieder zu einer gesetzlichen Kasse zu wechseln, könnten sie sich bei ihrer Versicherung nach einem billigeren Tarif umsehen. Mit einem solchen Schritt ließen sich monatlich mehrere 100 Euro monatlich sparen. Allerdings sollten die Leistungen dabei genau verglichen werden. Nicht empfehlenswert sei es, zu einem anderen Versicherungsunternehmen zu wechseln. "Das ist der schlechteste Rat, den man geben kann", sagte Rudnik. Denn damit sei meist eine neue Gesundheitsprüfung verbunden. Zudem gingen die bisher erworbenen Altersrückstellungen verloren.

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