22.01.2013 | BDA-Vize Braun

Schlechte Allgemeinbildung bei Lehrlingen

Arbeitgebervertreter beklagen die oft fehlende Allgemeinbildung bei Auszubildenden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Die Allgemeinbildung vieler Lehrlinge ist nach Ansicht des Arbeitgeberverbands BDA nach wie vor zu schlecht.

"Heute müssen wir auch Bewerber nehmen, die früher keine Chance auf eine Ausbildung gehabt hätten", sagte BDA-Vizepräsident Gerhard Braun in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Mainz. "Das ist eine Belastung, weil die Grundkenntnisse bei Lesen, Schreiben, Rechnen oft nicht ausreichen." Er forderte mehr Anstrengungen auf politischer Ebene, um die Allgemeinbildung zu verbessern: "Die Politik muss mehr in Bildung investieren", sagte Braun, der auch Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände (LVU) Rheinland-Pfalz ist.

Oft fehlende Grundkenntnisse 

Die Unternehmen haben nach Einschätzung des BDA-Vizepräsidenten zunehmend Probleme, genug Bewerber zu finden. "Wir sehen einen Rückgang der Bewerber für eine duale Ausbildung, obwohl die duale Ausbildung an Attraktivität gewonnen hat, seit man nach erfolgreichem Abschluss auch ohne Abitur studieren kann", sagte Braun. "Mehr junge Leute als früher wählen direkt ein Studium statt einer dualen Ausbildung. Die Unternehmen machen daher verstärkt Werbung, um Bewerber zu finden." Sie müssten aber wegen der oft fehlenden Grundkenntnisse mehr in die Ausbildung investieren als bisher. Dazu komme ein anhaltendes Problem mit den sogenannten MINT-Berufen - also Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. "Da gibt es zwar steigende Zahlen der Studienanfänger", berichtete Braun. "Gleichzeitig liegt aber die Abbrecherquote in den Ingenieurwissenschaften bei bis zu 50 Prozent."

 

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Allgemeinbildung, Arbeitgeberverband, Duale Ausbildung, Berufliche Ausbildung

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