Betriebsrenten sollen auch in kleineren Unternehmen und bei Geringverdienern weiter verbreitet werden. Das ist das Ziel einer Betriebsrentenreform, die das Bundeskabinett auf den Weg brachte.

Der Anteil von 60 Prozent der Beschäftigten mit betrieblicher Altersvorsorge stagniert seit Jahren. Bei den Niedrigverdienern sind es nur 47 Prozent. Die zentralen Punkte:

Enthaftung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer können auf Basis von Tarifverträgen reine Beitragszusagen einführen. Der Arbeitgeber garantiert dann nur eine bestimmte Beitragshöhe, nicht aber die Höhe einer späteren Rentenzahlung. Auch Mindestrenten werden dann nicht mehr garantiert. Risiken für Arbeitgeber, für die Auszahlung der Renten in bestimmter Höhe einzustehen, entfallen.

Opt-out

Wenn in Tarifverträgen vorgesehen, können Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer eines Betriebs Entgeltumwandlung für Betriebsrenten vorsehen - einzelne Arbeitnehmer können für sich dagegen optieren.

Grundsicherung

In der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bleiben freiwillige Zusatzrenten bis zu 202 Euro anrechnungsfrei.

Steuerförderung

Für Geringverdiener bis 2.000 Euro Bruttoeinkommen wird ein Steuer-Fördermodell für zusätzliche Beiträge des Arbeitgebers in eine betriebliche Altersversorgung eingeführt. Der Förderbetrag beträgt 30 Prozent, entsprechend weniger Lohnsteuer muss der Arbeitgeber abführen. Für Beiträge von mindestens 240 bis 480 Euro im Jahr beträgt der Förderbetrag somit 72 bis maximal 144 Euro.

Riester-Zulage

Die seit 2008 unveränderte Grundzulage bei der Riester-Rente wird von 154 auf 165 Euro angehoben.

Weitere Punkte

Im nun anlaufenden parlamentarischen Verfahren gibt es noch Punkte zu klären - so fordert der Sozialflügel der CDU, dass Verbesserungen bei der Entgeltumwandlung für Arbeitnehmer nicht nur in tarifgebundenen Unternehmen gelten sollen.

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