05.04.2013 | Ausländische Berufsabschlüsse

Viel Lob für das Anerkennungsgesetz

Vor allem im Handwerk wurden viele Abschlüsse anerkannt.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Wirtschaft und Regierung sehen in dem vor einem Jahr in Kraft getretenen Gesetz zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse einen gelungenen Beitrag zur Linderung des Fachkräftemangels.

Nach Schätzung von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) wurden inzwischen rund 30.000 Anträge auf Anerkennung gestellt. Bei der großen Mehrzahl sei mit einem positiven Bescheid zu rechnen, sagte Wanka in Berlin. Das Problem: Erst in fünf der 16 Bundesländer gibt es auch entsprechende Landesgesetze, mit denen die Abschlüsse für Lehrer, Erzieher, Architekten und Ingenieure nach Landesrecht anerkannt werden können. Wanka forderte die Länder auf, dem positiven und zügigen Vorgehen von Hamburg, dem Saarland, Niedersachsen, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern zu folgen.

Erstmals Rechtsanspruch auf Überprüfung 

Das Bundesgesetz regelt die Anerkennung für rund 600 Berufe, für die nach der föderalen Ordnung der Bund zuständig ist: Dazu gehören alle 350 Ausbildungsberufe, 180 Fortbildungsabschlüsse, Meisterberufe im Handwerk sowie die Zulassungen etwa als Arzt, Zahnarzt, Apotheker, Hebamme, Rechtsanwalt oder Fahrlehrer. Schon vor dem Anerkennungsgesetz konnten ausländische Berufsabschlüsse als gleichwertig anerkennt werden. Mit dem Gesetz wurde jedoch erstmals ein Rechtsanspruch auf Überprüfung und Einleitung eines Anerkennungsverfahrens geschaffen.

Mehrere tausend Anerkennungen 

Über die Inanspruchnahme im ersten Jahr gibt es bisher nur Schätzungen: Laut Handwerk wurde gut jeder zweite der bisher rund 1.700 eingereichten Anträge voll oder teilweise positiv bewertet. Die Zentralstelle der Industrie- und Handelskammern in Nürnberg spricht von gut 700 Anerkennungen. Das Bundesbildungsministerium geht von mehreren tausend Anerkennungen in Gesundheitsberufen aus, darunter Ärzte sowie Kranken- und Altenpfleger.

BDA lobt das Gesetz 

Für die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber (BDA) sagte Peter Clever: "Das Anerkennungsgesetz hilft unmittelbar den Inhabern ausländischer Berufsabschlüsse, aber auch den Unternehmen, die dringend auf qualifizierte Fachkräfte angewiesen sind." Der SPD-Bildungspolitiker Swen Schulz warf dagegen Wanka vor, sich mit Antragszahlen zu sonnen statt auf die tatsächlichen Anerkennungen zu schauen. Auch verschweige Wanka die hohen Kosten für die Betroffenen. Diese lägen oft bei 500 Euro.

Schlagworte zum Thema:  Anerkennungsgesetz, Berufsabschluss, Ausländer, Ausländische Zeugnisse, Fachkräftemangel

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