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Ausländische Abschlüsse sollen schneller anerkannt werden

Die im Ausland erworbenen Berufsausbildungen von Hunderttausenden Zuwanderern sollen in Deutschland künftig schneller anerkannt werden. Ein entsprechendes Gesetz hat am Freitag im Bundesrat die letzte Hürde genommen.

Nach dem Gesetzentwurf von Bildungsministerin Annette Schavan sollen Zuwanderer einen Rechtsanspruch darauf bekommen, dass ihr im Heimatland erworbener Berufsabschluss innerhalb von drei Monaten überprüft wird. Stimmt die Qualifikation mit den deutschen Berufsanforderungen nicht überein, müssen zumindest die im Ausland erworbenen Kenntnisse bescheinigt werden.

Chance für Personaler

Damit treibt die Regierung ihre Bemühungen voran, das Arbeitskräftepotenzial von Zuwanderern stärker zu nutzen. Für Personaler birgt dies die Chance, Bewerber mit ausländischen Abschlüssen besser einschätzen und damit schneller einstellen zu können.

 

Unterschiedliche Reaktionen

Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sagte, der Gesetzentwurf sei ein Fortschritt - aber ein sehr kleiner. So fehle ein Anspruch auf Beratung und Qualifizierung für die Betroffenen.

Integrationspolitisches Signal

Schavan bezeichnete den Gesetzentwurf als "wichtiges integrationspolitisches Signal". Auch angesichts des künftigen Fachkräftemangels in Deutschland sei er lange überfällig. Sie wies die Kritik zurück, es gebe für die Betroffenen keinen Beratungsanspruch - dies sei bereits in anderen Gesetzen geregelt.

Zudem werde beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge nun eine zentrale Hotline für die Anerkennung der Abschlüsse eingerichtet, sagte ein Sprecher Schavans. Das Gesetz sei ein Signal für die Willkommenskultur in Deutschland.

 

Hoffnung wird von bürokratischen Hürden getrübt

Die Ministerin rechnet damit, dass etwa 25.000 Menschen pro Jahr versuchen werden, sich ihre Qualifikationen anerkennen zu lassen. Nach Angaben der Bundesregierung könnten bis zu 300.000 Menschen von dem neuen Gesetz profitieren. Dies sei ein Meilenstein, sagte Vize-Regierungssprecher Georg Streiter.

Der Weg zur Umsetzung des Gesetzes ist nach Angaben der Zeitung "Die Welt" aber noch weit. In manchen Ländern seien noch nicht einmal die ministeriellen Zuständigkeiten geklärt.

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