23.12.2011 | Recht & Personal

Arbeitszeitkonten füllen sich wieder

Die während der zurückliegenden Wirtschaftskrise geleerten Arbeitszeitkonten von Beschäftigten sind nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern inzwischen schon wieder zur Hälfte gefüllt. Bis zum Ende des dritten Quartals 2011 habe im Schnitt jeder Arbeitnehmer wieder 6,9 Stunden auf seinem Arbeitszeitkonto gehabt, berichtete das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg. Es ist die Denkfabrik der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Noch im vierten Quartal 2008 habe das Arbeitszeitguthaben deutscher Arbeitnehmer bei durchschnittlich zwölf Stunden gelegen; dieses sei dann aber zur Abfederung von Auftragsflauten während der Rezession 2008 und 2009 weitgehend aufgebraucht worden. Mitarbeiter hatten ohne Lohnkürzung vorübergehend freigenommen.

Volle Auftragsbücher in vielen Unternehmen zwingen nach IAB-Erkenntnissen inzwischen auch viele Beschäftigte zu Überstunden. So sei bereits seit Jahresbeginn die Zahl der bezahlten Überstunden wieder auf dem Vorkrisenniveau und habe sich seitdem kaum verändert. Im Schnitt leisteten deutsche Arbeitnehmer im dritten Quartal 0,94 Überstunden pro Woche. Erfahrungsgemäß kämen zu den bezahlten noch unbezahlte Überstunden in ungefähr der gleichen Größenordnung hinzu.

„Die in der Wirtschaftskrise aufgelösten Arbeitszeitreserven sind inzwischen großenteils wieder aufgebaut, und wegen der guten Konjunktur stieg die Beschäftigtenzahl kräftig“, erklärten die Arbeitsmarktforscher Eugen Spitznagel und Ines Zapf. Keine Rolle spiele inzwischen die Kurzarbeit mehr, mit der die Bundesagentur den Unternehmen eine Überbrückung der Krise ermöglicht hatte. Im dritten Quartal gab es im Monatsdurchschnitt noch 80.000 Kurzarbeiter, nach 265.000 vor einem Jahr.

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