01.04.2016 | Arbeitszeit

Der "Nine-to-five"-Job ist Vergangenheit

Starre Arbeitszeitmodelle gehören überwiegend der Vergangenheit an.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Teilzeit, Gleitzeit, Arbeitszeitkonten - viele Menschen in Deutschland arbeiten längst jenseits des immer gleichen Vollzeitjobs von neun bis fünf. Doch nun soll die Debatte über Homeoffice und fließende Zeiten für den Job erst richtig losgehen.

"Viele Beschäftigte sind offen für Flexibilität", sagt Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Die Sozialdemokratin hat sich damit ein heikles Thema vorgenommen. Nahles will nun einen "Arbeitszeitdialog" starten. Bis zum Spätsommer will sie darüber unter anderem mit Arbeitgebern, Gewerkschaften und Kirchen reden, wie sie kürzlich auf einem großen Kongress zur Zukunft der Arbeit in Berlin ankündigte. Wie ist der Stand der Diskussion - auf was müssen sich die Arbeitnehmer einstellen? Schon heute gibt es einen Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit. Ablehnen kann der Chef, wenn betriebliche Gründe dagegen sprechen - aber bei den meisten Unternehmen ist Teilzeit möglich. Die Koalition will das nun ergänzen mit einem Recht auf Rückkehr in Vollzeit. Schon lange gibt es auch Gleitzeit - jenseits einer Kernarbeitszeit können die Beschäftigten wählen, wann sie arbeiten. Und mehr als die Hälfte der Betriebe kennt Arbeitszeitkonten zum Ansparen von Überstunden.

Jeder Dritte arbeitet gelegentlich im Homeoffice

"Starre Arbeitszeiten sind in der Praxis schon längst passé", sagt Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer. Immer mehr Arbeitnehmer nutzten auch Möglichkeiten, von zu Hause aus zu arbeiten. Mit der Digitalisierung wird das immer leichter. "Die Entwicklung hin zu flexiblen Arbeitszeiten wird sich mit Sicherheit auch noch weiter fortsetzen", sagt Kramer. Doch profitieren Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen? Beispiel Homeoffice: Ein Drittel der Beschäftigten arbeitet laut Umfragen gelegentlich im Homeoffice - doch bei 84 Prozent davon steht laut Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) dazu nichts im Arbeitsvertrag. "Drei Viertel der Betroffenen bekommen es weder finanziell noch durch einen Zeitausgleich kompensiert, wenn sie für die Arbeit zuhause noch einmal den Rechner anschalten oder telefonieren", sagt DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach unter Berufung auf Umfragen.

Schlagworte zum Thema:  Homeoffice, Arbeitszeit, Flexible Arbeitszeit

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