29.04.2015 | Arbeitswelt im Wandel

Die Zukunft hält genügend Jobs bereit

Industrie 4.0 wird neue Tätigkeitsfelder schaffen.
Bild: Bosch Deutschland

Arbeitsmarktforscher rechnen im Zuge der fortschreitenden Rationalisierung in Zukunft mit noch weniger Routine-Jobs, in der Summe aber nicht unbedingt mit weniger Arbeitsplätzen.

"Der Bedarf nach neuen Produkten wird auch künftig schneller wachsen als die Rationalisierung der Produktion», sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, der Deutschen Presse-Agentur zum "Tag der Arbeit" am 1. Mai. Er verweist dabei auch auf die Erfahrung seit Beginn der Industrialisierung. Allerdings werden nach seinen Erkenntnissen in 15 bis 20 Jahren in vielen Betrieben andere Qualifikationen gefragt sein als heute. Wegfallen würden weiterhin einfachere Tätigkeiten; davon dürften zunehmend auch Büroberufe betroffen sein. Als Beispiel nennt Möller den Beruf des Buchhalters. Die Qualifikationsanforderungen an die Beschäftigten würden dagegen weiter steigen. "Gefragt sein wird künftig vor allem Problemlösungskompetenz", sagt Möller.

Produktions- und Digitalwissen gefragt

Mit der anstehenden digitalen Vernetzung der Produktion, der sogenannten Industrie 4.0, werden zudem Mitarbeiter mit kombiniertem Produktions- und Digitalwissen stark gefragt sein, prognostiziert Möller. "Industrie 4.0 führt sicherlich in einigen Bereichen zu einem kräftigen Einstellungsschub." Bei der Industrie 4.0 geht es etwa um Industrieanlagen, die aus der Ferne gewartet werden und zugleich Produkte, etwa Möbel oder Maschinen, individuell nach Kundenwunsch fertigen können. Die anstehenden Veränderungen der Arbeitsgesellschaft sind nach Möllers Überzeugung aber auch mit Risiken verbunden. "Wir müssen aufpassen, dass wir die schon bestehende Spaltung - hier Traumjobs, dort die miesen Jobs - nicht noch weiter vertiefen. Einen solchen Trend hatten wir in den vergangenen Jahren". Unternehmen wiederum werden nach Möllers Einschätzung künftig vor der Herausforderung stehen, für qualifizierte und flexible Fachkräfte ausreichend attraktiv zu sein. Andernfalls werde es für sie schwer werden, die besten Köpfe zu gewinnen. Der Hauptgrund dafür sei der demografische Wandel.

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Schlagworte zum Thema:  Digitalisierung, Arbeitsmarkt

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