Ein Nebenjob während der Elternzeit ist nur mit Genehmigung des Arbeitgebers zulässig. Bild: PhotoDisc Inc.

Wer in der Elternzeit einen Nebenjob annehmen will, muss sich das vom Arbeitgeber genehmigen lassen. Darauf weist Hans-Georg Meier hin, Fachanwalt für Arbeitsrecht aus Berlin.

Den Antrag sollten Berufstätige in der Elternzeit spätestens vier Wochen vor dem Wunschbeginn im Nebenjob stellen. Denn so lange hat der Arbeitgeber Zeit, darauf zu reagieren. Äußert er sich nicht, gilt das als Zustimmung. Will der Arbeitgeber die Genehmigung verweigern, müsse er das schriftlich machen, erklärt Meier. Dafür braucht er allerdings wichtige betriebliche Gründe. Das kann zum Beispiel sein, dass jemand für die Konkurrenz arbeiten will. Ein Beispiel: Jemand ist bei einer Anwaltskanzlei angestellt und will nun während der Elternzeit für eine andere Kanzlei tätig sein.

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Loyalitätskonflikte vermeiden

Andere Gründe sind, wenn der Mitarbeiter durch seinen Nebenjob in Loyalitätskonflikte gegenüber seinem Arbeitgeber kommt. Ein Beispiel: Jemand arbeitet in einem Fitnessstudio. Parallel übernimmt er einen Job bei einem Unternehmen, das für die Wartung der Geräte im Fitnessstudio zuständig ist. Hier kann es einen Interessenkonflikt geben - das Fitnessstudio ist an einer möglichst guten Wartung interessiert, der Wartungsservice möchte dagegen, dass sein Arbeitseinsatz nicht völlig aus dem Ruder läuft. Das könne ein Problem sein, sagt Meier.

Der Arbeitgeber hat Vorrang

Möchte der Arbeitgeber, dass während der Elternzeit nicht für einen anderen, sondern für ihn gearbeitet wird, habe sein Interesse im Übrigen Vorrang, sagt Meier. Der Mitarbeiter kann in dem Fall aber wiederum Einwände geltend machen, wenn die Konditionen ganz andere sind - etwa, dass man sich im Nebenjob die Stunden völlig frei einteilen könnte, beim alten Arbeitgeber aber nicht.

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Schlagworte zum Thema:  Elternzeit, Nebenjob, Arbeitsrecht

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