03.04.2013 | Arbeitsmarkt

Wirtschaftsweiser gegen gesetzlichen Mindestlohn

Ist gegen einen gesetzlichen Mindestlohn: der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt.
Bild: RWI Essen

Der neue Vorsitzende der Wirtschaftsweisen, Christoph Schmidt, hat vor der Einführung eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohns gewarnt.

In einem Gastkommentar für Bild am Sonntag" schrieb der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI): "Das ist ein Spiel mit dem Feuer. Jeder Arbeitsplatz muss sich wirtschaftlich tragen, sonst fällt er weg. Daher muss der Mindestlohn niedrig angesetzt werden: 8,50 Euro ist entschieden zu hoch." SPD, Grüne und Gewerkschaften fordern seit längerem einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro. Die Linke kämpft für zehn Euro pro Stunde.

Wissenschaftler mit am Verhandlungstisch 

Der Vorsitzende des Sachverständigenrates fordert die Tarifpartner dazu auf, vor Lohnänderungen künftig den Rat von Wissenschaftlern einzuholen. "Über Anpassungen sowie Unterschiede nach Branchen und Regionen sollte eine mit Wissenschaftlern verstärkte Kommission der Tarifpartner entscheiden. Dann besteht die Chance, dass die Arbeitslosigkeit auch künftig gering bleibt." Schmidt räumt ein, dass manche Arbeitnehmer nicht von ihrer Arbeit leben könnten. Dafür verantwortlich sei aber "vor allem die erhöhte Bedürftigkeit von Haushalten mit Alleinerziehenden, einem arbeitslosem Partner oder vielen Kindern".

SPD: Schmidt ignoriert soziale Realität 

Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion Joachim Poß, hielt dem entgegen: "Herr Schmidt ist ein Ökonom, der sich seit langem weigert, die soziale Realität in Deutschland mit in seine Berechnungen aufzunehmen. Konsequent leugnet er daher die Notwendigkeit eines gesetzlichen Mindestlohns." Für eine zukunftsfähige soziale Marktwirtschaft sei Schmidt nicht der geeignete Ratgeber.

 

Schlagworte zum Thema:  Wirtschaftsweise, Sachverständigenrat, Mindestlohn

Aktuell

Meistgelesen