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Der nächste Jobaufschwung lässt grüßen

Volkswirte rechnen mit einem weiteren Aufschwung am Arbeitsmarkt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Noch vor wenigen Monaten sah alles eher nach einer Flaute auf dem Arbeitsmarkt aus. Inzwischen sind manche Experten davon überzeugt: 2015 könnte einen neuen Jobaufschwung bringen. Nur die Bundesagentur für Arbeit bleibt skeptisch.

Manchem Experten sind die Zahlen noch immer nicht ganz geheuer - andere haben ihre Prognosen längst nachgebessert: Nach dem fulminanten Start des Arbeitsmarktes ins Jahr 2015 geraten derzeit viele der bislang eher pessimistischen Ausblicke ins Wanken. Deutschland stehe möglicherweise, so unken erste Fachleute, vor einem neuen Jobaufschwung. Bis zum Jahresende könnte es im Schnitt bis zu 100.000 Jobsucher weniger geben als im Jahr 2014, meint etwa der DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Andere gehen eher von minus 80.000 aus. Ursprünglich hatten viele für 2015 noch mit einer Stagnation gerechnet.

Geringste Winterarbeitslosigkeit seit vielen Jahren

Umso größer ist derzeit die Überraschung über den guten Jahresauftakt. Zu dem wachsenden Optimismus tragen aber nicht nur die aktuell guten Arbeitslosenzahlen bei - mit 3,017 Millionen rutschte die Arbeitslosigkeit auf den tiefsten Februar-Stand seit 1991. Anders als sonst üblich ging die Zahl der Erwerbslosen sogar zurück - und zwar um 15.000, wie die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Zudem erlebt Deutschland derzeit die geringste Winterarbeitslosigkeit seit vielen Jahren. Gerade einmal um 300.000 ist die Erwerbslosigkeit von Dezember bis Februar gestiegen. Noch im Winter 2011/2012 waren es fast 400.000, im Krisenwinter 2008/2009 sogar 560.000. Der Arbeitsmarkt hat in diesem Jahr von dem vergleichsweise milden Winter profitiert. Zudem sorgt seit dem Spätherbst 2014 auch die Konjunktur wieder für einen kräftigen Schub auf dem Arbeitsmarkt. Seit Monaten wächst die Zahl der gemeldeten Stellen und erreichte im Februar mit 519.000 den höchsten Stand seit vielen Jahren. Allein in diesem Februar meldeten Unternehmen der Bundesagentur 189.000 neue freie Posten- und damit 12.000 oder sieben Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitskräftenachfrage liegt nach Feststellung der Bundesagentur damit derzeit auf einem Rekordhoch. Besonders häufig werden qualifizierte Mitarbeiter gesucht.

"Solider" Arbeitsmarkt

Angesichts solcher Zahlen gerät der eine oder andere Volkswirte schon ins Jubeln: Der deutsche Arbeitsmarkt sei "solide wie ein Fels", stellt etwa der Chef-Volkswirt der ING-DiBa-Bank, Carsten Brzeski, fest. Der Jobmarkt werde seine Erfolgsstory fortsetzen, ist der Ökonom überzeugt und verweist auf die anhaltend hohe Binnennachfrage. Tatsächlich ist die Stimmung der Verbraucher derzeit so gut wie zuletzt im Jahr 2001, wie das Marktforschungsinstitut GfK bekanntgab. Auch Bayern-LB-Ökonom Stefan Kipar stellt fest: "Die Chancen für einen Arbeitssuchenden, einen Job zu finden, stehen gemessen an der Arbeitsnachfrage durch Unternehmen weiterhin gut". Lediglich die Bundesagentur scheint vorerst den Optimismus der Fachleute nicht zu teilen. Sie hält an ihrer konservativen Prognose für das Jahr 2015 fest. Die geht bislang lediglich von einem Rückgang der Arbeitslosen von 20.000 im Jahresschnitt aus. Dabei schwingt die Sorge mit, dass ähnlich wie in den vergangenen beiden Jahren Arbeitslose nur vergleichsweise wenig von den neu geschaffenen Jobs profitieren könnten. Gerade Langzeitarbeitslosen fehlt oft das benötigte Know-How. Stattdessen gehen die Stellen an besser qualifizierte Zuwanderer oder an Eltern, die nach der Familienphase in ihren Beruf zurückkehren.

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