27.01.2014 | Arbeitsgericht

Toilettenfrau hat Anspruch auf Trinkgeld

Am Trinkgeld muss die Toilettenfrau beteiligt werden.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Als "Sitzerin" wird eine Toilettenaufsicht bezeichnet, die in einer öffentlichen Toilette den Sammelteller für die Benutzung des "Örtchens" bewacht. Und in dieser Eigenschaft hat sie Anspruch auf einen Teil der Sammelteller-Einnahmen, hat das Arbeitsgericht Gelsenkirchen entschieden. 

Wie das Gericht  berichtete, war es Hauptaufgabe der Frau, die als Beschäftigte eines Reinigungsunternehmens im Einkaufszentrum Centro Oberhausen arbeitete, sich ständig an einem der Tische mit Sammelteller aufzuhalten und das Geld regelmäßig abzuliefern. Mit Reinigungsarbeiten war sie nicht betraut. Sie hatte das Unternehmen verklagt, an den Teller-Einnahmen von Mai und Juni 2013 beteiligt zu werden. Den Besuchern werde suggeriert, dass freiwillig ein Trinkgeld für das Reinigungs- und Aufsichtspersonal gegeben werden könne, begründete sie ihre Klage.

Klägerin hat Zahlungsanspruch

Das Unternehmen hielt dagegen, dass es sich - auch nach der Vorstellung der Besucher - nicht um ein Trinkgeld, sondern um ein freiwilliges Nutzungsentgelt handele.  Das Gericht sprach der Frau nun zunächst einen Auskunftsanspruch über die Höhe der Einnahmen in den beiden Monaten zu. Dagegen kann die Firma in Berufung gehen. Die Kammer geht aber davon aus, dass "der Klägerin ein der Höhe nach noch unbestimmter Zahlungsanspruch gegen das Reinigungsunternehmen zusteht". Die Höhe müsse im weiteren Verfahren bestimmt werden, so das Gericht.

Schlagworte zum Thema:  Trinkgeld, Arbeitsgericht, Urteil, Minijob

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