04.11.2013 | Arbeitnehmerkammer

Azubis haben Recht auf angemessene Bezahlung

Azubis haben Anspruch auf angemessene Bezahlung.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Lehrjahre sind keine Herrenjahre - das gilt auch in finanzieller Hinsicht. Auszubildende müssen es aber nicht hinnehmen, wenn ihre Vergütung völlig unterdurchschnittlich ist. Darauf weist die Arbeitnehmerkammer Bremen hin.

Vielmehr haben sie laut Berufsbildungsgesetz einen Anspruch auf eine «angemessene Vergütung». Was das heißt, haben Gerichte in mehreren Urteilen festgelegt. Danach gilt eine Vergütung als angemessen, wenn sie mindestens 80 Prozent dessen beträgt, was in den einschlägigen Tarifverträgen oder in den Empfehlungen der Kammern steht.

Viele möchten nicht über Geld reden 

In der Praxis schreckten viele schlecht bezahlte Lehrlinge jedoch davor zurück, von ihrem Arbeitgeber eine höhere Ausbildungsvergütung zu fordern, sagt Khostevan Alireza von der Arbeitnehmerkammer Bremen. Ein Grund dafür sei, dass es vielen unangenehm ist, über Geld zu sprechen. Andere hätten das Gefühl, in der Ausbildung keine Forderungen stellen zu dürfen. Doch Azubis dürften nicht vergessen, dass sie keine unverschämten Forderungen stellen, sondern ihnen eine angemessene Vergütung gesetzlich zusteht (Paragraf 17 Berufsbildungsgesetz).

An Ausbildungsberater wenden 

Wer eine unangemessene Bezahlung bekommt, sollte deshalb das Gespräch mit seinem Ausbilder suchen. Möglicherweise sei es ein Versehen, dass die Ausbildungsvergütung geringer ist als erlaubt. Wer sich das nicht traut, kann sich auch an die Ausbildungsberater der Industrie- und Handelskammern oder der Handwerkskammern wenden. Sie können den Jugendlichen bei dem Gespräch mit dem Arbeitgeber unterstützen. Bringt das alles keine Verbesserung, können Jugendliche eine angemessene Vergütung notfalls sogar einklagen.

Schlagworte zum Thema:  Ausbildung, Betriebliche Ausbildung, Ausbildungsvergütung

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