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Bundesregierung will Regeln für Krankschreibung nicht ändern

Mediziner meinen, die deutschen Arbeitnehmer gehen zu oft zum Arzt.
Bild: Haufe Online Redaktion

Mediziner der Universität Magdeburg haben vorgeschlagen, die Regeln für Krankschreibungen zu lockern. Beschäftigte sollten sich für die Dauer von bis zu einer Woche selbst krankmelden können. Die Bundesregierung will die Regeln für Krankschreibungen in Deutschland allerdings nicht ändern.

Ein Sprecher des zuständigen Arbeitsministeriums sagte in Berlin, man halte die Regelung so, "wie sie ist, für angezeigt, sinnvoll und nützlich". Auch die Arbeitgeber sehen keinen Handlungsbedarf. Das Ministerium reagierte auf Äußerungen von Medizinern der Universität Magdeburg, die für eine Lockerung der Regeln bei Krankschreibungen plädiert hatten.Beschäftigte sollten sich für die Dauer von bis zu einer Woche selbst krankmelden können, sagte Wolfram Herrmann, Leiter des Magdeburger Forscherteams. Eine Studie habe ergeben, dass viele Arztbesuche nur erfolgten, um die ärztliche Bescheinigung zur Krankschreibung (mehr zur Arbeitsunfähigkeit) zu erhalten. Falle ein Teil davon weg, würden die Hausärzte entlastet und könnten sich besser um die Behandlung von Patienten mit langwierigen Erkrankungen kümmern.

Arbeitgeber sehen keinen Handlungsbedarf

Arbeitgeber verlangen in der Regel ab dem vierten Tag der Krankheit eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung. Drei Tage kann ein Beschäftigter also nach eigener Entscheidung ohne "Krankenschein" zu Hause bleiben. Hermann schlug vor, eine Ausweitung auf fünf Tage in Pilotprojekten auszuprobieren. "Dass durch eine eigenständige Krankmeldung der Beschäftigten die Zahl der Fehltage nicht nach oben schnellt, zeigen Erfahrungen aus Norwegen", sagte der Arzt. Der CDU-Gesundheitspolitiker Jens Spahn zeigte sich aufgeschlossen: "In Deutschland ist die Zahl der durchschnittlichen Arztbesuche auch deswegen so hoch, weil Patienten nur für Rezepte, Verlaufskontrollen oder auch Kurzzeitkrankschreibungen immer zum Arzt müssen", sagte er der Zeitung. Die Arbeitgeber sehen dagegen keinen Handlungsbedarf. "Die gesetzlichen Regelungen zu Krankschreibungen haben sich in Deutschland insgesamt bewährt", erklärte der Arbeitgeberverband BDA. Der CDU/CSU-Fraktionsvize Michael Fuchs sagte der "Bild"-Zeitung dagegen: "Es muss für Unternehmer die Möglichkeit geben, Krankschreibungen zu überprüfen. Sonst ist ein Missbrauch nicht ausgeschlossen." SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach argumentierte: "Die Gefahr ist zu groß, dass Erkrankungen nicht frühzeitig behandelt werden." Gerade in einem frühen Stadium einer Erkrankung sei ein Arztbesuch sinnvoll.

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Schlagworte zum Thema:  Krankschreibung

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