13.10.2011 | Recht & Personal

Arbeitgeber im Einzelhandel für Mindestlohn

Im deutschen Einzelhandel mit seinen 2,9 Millionen Beschäftigten könnte es schon bald einen tariflichen Mindestlohn geben. Die Arbeitgeber haben Verhandlungen darüber angeboten. "Wir wollen kein Lohndumping im deutschen Einzelhandel", teilte der Chef des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, mit. Ein Abschluss sei noch in diesem Jahr möglich.

Die Gewerkschaft Verdi hält Verhandlungen für sinnvoll. "Die Beschäftigten müssen von ihrer Arbeit angemessen leben können", sagte Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberg. Dumpinglöhne in einer der zentralen Dienstleistungsbranchen Deutschlands seien nicht länger hinnehmbar.

Zwei Drittel nach Tarif bezahlt

Im Einzelhandel werden laut HDE gut zwei Drittel der Beschäftigten nach Tarif bezahlt. Verdi sieht branchenübliche Mindestlöhne nur als einen Schritt auf dem Weg zum gesetzlichen Mindestlohn. Der Rückhalt im Arbeitgeberlager müsse dafür groß genug sein, hob Nutzenberger hervor.

Gesetzlicher Mindestlohn wird abgelehnt

Genth betonte, die Arbeitgeberseite habe alle notwendigen Beschlüsse für Verhandlungen gefasst. Einen gesetzlichen Mindestlohn lehnt der Verband mit 100.000 Mitgliedsunternehmen aber ab. "Jede Branche muss selbstständig im Rahmen der Tarifpartnerschaft über einen Mindestlohn und dessen Höhe entscheiden können."

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