29.04.2013 | BAG-Urteil

Abgelehnte Bewerber haben keinen Anspruch auf Auskunft

Der Arbeitgeber muss abgelehnten Bewerbern keine Auskunft geben.
Bild: MEV Verlag GmbH, Germany

Arbeitgeber müssen abgelehnten Stellenbewerbern nicht mitteilen, ob sie einen anderen Kandidaten eingestellt haben.

Bewerber hätten darauf keinen Anspruch auf Auskunft, urteilte das Bundesarbeitsgericht in Erfurt (8 AZR 287/08). Damit blieb die Entschädigungsklage einer Frau aus Hamburg auch vor den obersten Arbeitsrichtern erfolglos. Die Frau hatte sich im Jahr 2006 vergebens auf eine ausgeschriebene Stelle als Softwareentwicklerin beworben. Da sie nicht erfuhr, ob und warum ein anderer eingestellt wurde, vermutete sie eine Benachteiligung unter anderem wegen ihres Alters und Geschlechts.

Keine unzulässige Benachteiligung 

Dem folgten die Bundesrichter nicht. Auch die Verweigerung jeglicher Auskunft begründe im vorliegenden Falle nicht die Vermutung einer unzulässigen Benachteiligung, hieß es. Im April 2012 hatte bereits der Gerichtshof der Europäischen Union entschieden, dass kein Anspruch auf Auskunft besteht, ob sich der Arbeitgeber am Ende des Einstellungsverfahrens für einen anderen Bewerber entschieden hat. Die Verweigerung jeglicher Information könne jedoch unter Umständen ein Indiz für eine vermutete Diskriminierung sein, hieß es damals.

Schlagworte zum Thema:  BAG-Urteil, Urteil, Diskriminierung, Bewerbung, Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)

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