06.02.2012 | Recht & Personal

75.000 Lehrstellen blieben im Jahr 2011 unbesetzt

Nach Schätzung der deutschen Wirtschaft konnten im vergangenen Jahr rund 75.000 Ausbildungsplätze mangels geeigneter Bewerber nicht besetzt werden. Betroffen davon sind vor allem die Gastronomie und das Hotelgewerbe, aber auch traditionelle Handwerksberufe wie Fleischer, Bäcker und Klempner.

Nach dem noch unveröffentlichten Berufsbildungsbericht der Bundesregierung blieb 2011 jede vierte Lehrstelle für Restaurantfachleute (25,8 Prozent) unbesetzt. Im Lebensmittelhandel und bei Fleischern, Bäckern, Köchen, Klempnern und Gebäudereinigern war dies nahezu jede sechste bis siebte Lehrstelle.

 

DIHK: Intensiv um Berufsnachwuchs werben

Das Phänomen von unbesetzten Lehrstellen ist allerdings nicht neu. In den Wirtschafts-Boomjahren nach der deutschen Einheit blieben 1992 allein im alten Bundesgebiet 123.000 Lehrstellen frei. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, sagte, angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels dürften die Betriebe nicht das Interesse verlieren, weiter intensiv um Berufsnachwuchs zu werben.

 

5.700 Lehrstellen konnten nachträglich vermittelt werden

Wirtschaft, Bundesagentur für Arbeit, Bundesregierung und Kultusminister zogen eine positive Bilanz der nachträglichen Vermittlung unversorgter Jugendlicher aus dem Bewerberjahrgang 2011. Zum gesetzlichen Stichtag 30. September hatten 11.400 junge Menschen keine Lehrstelle gefunden. 5.700 davon - genau die Hälfte - konnten bis Ende Januar nachvermittelt werden. Allerdings war wie in den Vorjahren auch nur jeder zweite Unversorgte den Einladungen der Kammern zu einem Nachvermittlungsgespräch gefolgt.

Auch von den über 60.000 unversorgten Bewerbern, die im Herbst zunächst ihre Schulbildung fortgesetzt haben, gleichwohl aber ihren Vermittlungswunsch aufrecht erhielten, bekamen nach Angaben der Bundesagentur über 60 Prozent nachträglich einen Ausbildungsplatz.

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