01.06.2012 | Unterstützung für besonders Begabte

5.400 Studierende erhielten das neue Deutschlandstipendium

Die Zahlen beim Deutschlandstipendium blieben hinter den Erwartungen zurück
Bild: Haufe Online Redaktion

Im ersten Jahr seit Einführung des neuen Deutschlandstipendiums haben 5.400 Studierende von der Begabten-Förderung profitiert. 47 Prozent der Geförderten sind Frauen, sieben Prozent Ausländer, teilte das  Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. Für das Programm haben die Hochschulen 3,4 Millionen Euro von privaten Sponsoren  eingeworben.

Die Stipendien in Höhe von monatlich 300 Euro werden jeweils zur Hälfte vom Bund und von privaten Geldgebern finanziert. Während die Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium, Cornelia Quennet-Thielen, vom "Beginn einer neuen Stipendienkultur" sprach bezeichnete die SPD das Programm als Flop.  Die Stipendienzahl bleibe meilenweit hinter den Erwartung zurück, sagte der SPD-Abgeordnete Klaus Hagemann. Statt neuer Förderkultur mit 160.000 Stipendien seien es bislang gerade 5.400. Bereits im ersten Jahr seien im Bundeshaushalt sieben Millionen Euro für das Programm bewilligte Mittel verfallen. Gleiches drohe sich im laufenden Jahr zu wiederholen.

Nicht nur aus besser gestellten Elternhäuser 

Mit dem Programm werden seit dem Sommersemester 2011 besonders begabte Studenten gefördert. Die meisten Stipendiaten studierten Ingenieurwissenschaften (27 Prozent), Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (25 Prozent) sowie Mathematik oder Naturwissenschaften (23 Prozent). Quennet-Thielen sagte, das Deutschlandstipendium komme gut an. "Befürchtungen, wonach nur Studierende aus bessergestellten Elternhäusern gefördert und die Natur- und Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften durch die Mittelgeber über Gebühr bevorzugt würden, haben sich als grundlos erwiesen." Auch die Behauptung, nur Hochschulen in wirtschaftsstarken Regionen würden genügend Förderer finden, sei falsch.

Unterdurchschnittlich viele Bafög-Empfänger 

Laut Hagemann sind unter den Stipendiaten lediglich 1.276 Bafög-Empfänger. Damit bleibe ihr Anteil unter den Stipendiaten unterdurchschnittlich. Das Deutschlandstipendium verstärke tendenziell die soziale Schieflage unter den Studierenden. Das Stipendienmodell von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) sollte wie zuvor schon das nordrhein-westfälische Vorläuferprogramm geordnet abgewickelt und das Geld stattdessen den Studienförderwerken der Stiftungen zugewiesen werden.

Schlagworte zum Thema:  Stipendium, Sponsoren, Hochschule, BAföG

Aktuell

Meistgelesen