Versicherungen: Diese Arten sind als Betriebsausgaben abziehbar

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Versicherungen, betriebliche
  • Abgrenzung
  • Aufteilung der Prämien

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Versicherungen

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  4360
IKR  
6900 SKR 04
Kostenart 6400
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung:

Sonderausgaben beschränkt abzugsfähig

Eigener

Kontenplan
SKR 03
  1920
IKR  
3024 SKR 04
Kostenart 2200
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Zu den Betriebsausgaben gehören auch die Prämien für Versicherungen, mit denen Sie betriebliche Risiken abdecken. Sichern Versicherungen gleichzeitig betriebliche und private Risiken ab, müssen Sie die Versicherungsprämien aufteilen. Nur den betrieblichen Anteil buchen Sie auf das Konto "Versicherungen" 4360 (SKR 03) bzw. 6400 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Versicherungen

an Bank

Soweit es sich um eine private Versicherung handelt bzw. um die Prämie, die auf das private Risiko entfällt, handelt es sich um Privatentnahmen. Soweit es sich um Versicherungen handelt, die als Vorsorgeaufwendungen zu berücksichtigen sind, buchen Sie diese auf das Konto "Sonderausgaben beschränkt abzugsfähig" 1920 (SKR 03) bzw. 2200 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Sonderausgaben beschränkt abzugsfähig

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Rechtschutzversicherung

Herr Huber hat eine betriebliche Rechtschutzversicherung abgeschlossen. Das bedeutet, dass die Versicherungsgesellschaft die Kosten für einen Rechtsstreit (Anwalt- und Gerichtskosten) nur dann übernimmt, wenn gegen das Unternehmen von Herrn Huber Forderungen (z. B. Schadenersatzforderungen) geltend gemacht werden. Herr Huber zahlt für die Rechtschutzversicherung einen Betrag von 595 EUR einschließlich Versicherungssteuer.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
4360 Versicherungen 595 an 1200 Bank 595

SKR 04

 
6400 Versicherungen 595 an 1800 Bank 595

In den Versicherungsprämien ist eine Versicherungssteuer von 19 % enthalten. Es handelt sich hierbei nicht um die Umsatzsteuer, auch wenn der Prozentsatz übereinstimmt. Sie können die 19 %ige Versicherungssteuer deshalb auch nicht als Vorsteuer abziehen.

3 Behandlung einzelner Versicherungsarten

Bei jeder Versicherung müssen Sie zunächst feststellen, ob ein betriebliches oder ein privates Risiko abgedeckt wird. Soweit beide Bereiche abgesichert sind, müssen Sie die Prämien entsprechend dem jeweils versicherten Risiko aufteilen. Wie die Prämie aufzuteilen ist, erfahren Sie in der Regel von der Versicherungsgesellschaft.

a) Kfz-Versicherungen:

Für Kfz-Versicherungen sehen die Kontenrahmen jeweils ein anderes Konto vor. Die Versicherungen für Firmenwagen buchen Sie auf das Konto "Kfz-Versicherungen" 4520 (SKR 03) bzw. 6520 (SKR 04).

b) Haftpflichtversicherung:

Voraussetzung für den Abzug als Betriebsausgabe ist, dass ein betriebliches Haftungsrisiko abgedeckt wird. Werden zusätzlich auch private Risiken abgedeckt, müssen Sie den Prämienanteil, der hierauf entfällt, als Privatentnahme behandeln, die den Gewinn nicht mindern darf.

 

Praxis-Beispiel: Berufshaftpflichtversicherung

Herr Huber ist Rechtsanwalt und muss zur Absicherung seiner beruflichen Risiken eine Berufshaftpflichtversicherung abschließen. Die Versicherungsprämie beträgt 1.020 EUR.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
4360 Versicherungen 1.020 an 1200 Bank 1.020

SKR 04

 
6400 Versicherungen 1.020 an 1800 Bank 1.020

c) Rechtschutzversicherung

Nicht selten werden bei der Rechtschutzversicherung berufliche und private Risiken abgesichert. Sie dürfen dann nur den Teil der Versicherungsprämie abziehen, der auf die Absicherung betrieblicher Vorgänge entfällt. Prämien für den Kfz-Rechtschutz buchen Sie auf das Konto "Kfz-Versicherungen".

 

Praxis-Beispiel: Rechtschutz mit Abdeckung privater Risiken

Herr Hauser zahlt für seine Rechtschutzversicherung 432 EUR im Jahr. Auf die Abdeckung privater Risiken entfallen 132 EUR.

Buchungsvorschlag:

SKR 03

 
4360 Versicherungen 300  
1800 Privatentnahmen allgemein 132 an 1200 Bank 432

SKR 04

 
6400 Versicherungen 300  
2100 Privatentnahmen allgemein 132 an 1800 Bank 432

d) Risikolebensversicherung:

Beiträge zu einer Risikolebensversicherung können nur als Sonderausgaben (Vorsorgeaufwendungen) geltend gemacht werden. Beiträge zu einer Risikolebensversicherung sind selbst dann nicht als Betriebsausgaben abziehbar, wenn die Risikolebensversicherung zur Sicherung betrieblicher Darlehen abgeschlossen wurde.[1]

d) Unfallversicherung:

Private Unfallversicherungen sind nicht als Betriebsausgaben abziehbar. Im Gegensatz dazu sind Beiträge für die gesetzliche Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) auch dann als Betriebsausgaben abziehbar, soweit sie auf den Betriebsinhaber entfallen.

 

Praxis-Beispiel: Berufsgenossenschaft – freiwilliger Beitrag und Pflichtbeitrag

Herr Huber beschäftigt einen Arbeitnehmer, für den er jährlich einen Beitrag von 420 EUR an die Berufsgenossenschaft zahlt. Herr Huber ist selbst freiwillig in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert und zahlt dafür einen Betrag von 470 EUR. Die Berufsgenossenschaften sind Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und damit Teil der Sozialversicherung. Die...

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