Veranlagungsformen für Eheg... / 5 Einzelveranlagung für Alleinstehende

Die Einzelveranlagung für Alleinstehende stellt nach dem Gesetz die Normalform der Veranlagung dar. Dabei werden grundsätzlich nur diejenigen Einnahmen und Ausgaben angesetzt, die der Steuerpflichtige selbst bezogen bzw. bezahlt hat. Oft werden allerdings Aufwendungen steuermindernd berücksichtigt, die ein anderer, häufig ein naher Angehöriger, zugunsten des Steuerpflichtigen getragen hat (sog. Drittaufwand). Voraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige entweder selbst Schuldner der Aufwendungen war (Abkürzung des Zahlungswegs) oder eine Abkürzung des Vertragswegs gegeben war, bei der der Dritte schon den Vertrag im Interesse des Steuerpflichtigen abgeschlossen hat. Ausgenommen sind bei der zweiten Gruppe Kreditverbindlichkeiten und andere Dauerschuldverhältnisse wie z. B. Miet- und Pachtverträge.[1]

 

Praxis-Beispiel

Werbungskosten bei Abkürzung des Zahlungswegs

Die Eltern zahlen für den Sohn, um ihn zu unterstützen, die Kosten eines beruflichen Fortbildungslehrgangs, bei dem er den Vertrag unterschrieben hat. Im Fall von Werbungskosten wird diese Form des Drittaufwands unter dem Gesichtspunkt der Abkürzung des Zahlungswegs anerkannt. Bei den Sonderausgaben führt diese Form des Drittaufwands dagegen nach der BFH-Rechtsprechung dazu, dass die Aufwendungen steuerlich ohne Auswirkung bleiben.

Die Einzelveranlagung ist für alle Fälle vorgeschrieben, in denen die Voraussetzungen für das Ehegatten-Wahlrecht nicht erfüllt sind, also für:

  • Unverheiratete, einschließlich der geschiedenen und verwitweten Steuerpflichtigen. Bei Tod eines Ehegatten gilt das ab dem Jahr nach dem Todesjahr, wenn bis zum Versterben eines Ehegatten die Voraussetzungen des Ehegatten-Wahlrechts erfüllt waren. Im Jahr nach dem Todesjahr (und nur in diesem Jahr) kommt auch bei einer Einzelveranlagung der Splittingtarif (sog. Verwitweten-Splitting) infrage. Im Fall der Scheidung besteht das Ehegatten-Wahlrecht letztmals für das Jahr, in dem die Ehegatten zuletzt zusammengelebt haben.
  • Ehegatten, die während des ganzen Jahres dauernd getrennt gelebt haben.
  • Im Regelfall Ehegatten, von denen nur einer unbeschränkt steuerpflichtig ist.[2]

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich ProFirma Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen