Sonstige Forderungen/Verbindlichkeiten

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Zeitliche Abgrenzung
  • Abgrenzung zu Rechnungsabgrenzungsposten
  • Einnahmen nach Bilanzstichtag
  • Ausgaben nach Bilanzstichtag

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Sonstige Vermögensgegenstände
Eigener Kontenplan SKR 03
  1500
IKR  
2600 SKR 04
  1300
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Sonstige Verbindlichkeiten
Eigener Kontenplan SKR 03
  1700
IKR  
4860 SKR 04
  3500
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Einnahmen nach dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit davor sind, müssen im Rahmen der Abschlussbuchungen auf das Konto "Sonstige Vermögensgegenstände" 1500 (SKR 03) bzw. 1300 (SKR 04) gebucht werden.

 

Buchungssatz:

Sonstige Vermögensgegenstände

an Ertragskonto

Werden aber erst nach dem Abschlussstichtag Rechnungen, die Aufwand für eine bestimmte Zeit vor dem Bilanzstichtag sind, bezahlt, muss der geschuldete Betrag auf das Konto "Sonstige Verbindlichkeiten" 1700 (SKR 03) bzw. 3500 (SKR 04) gebucht werden.

 

Buchungssatz:

Aufwandskonto

an Sonstige Verbindlichkeiten

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Die betriebliche Kfz-Versicherung von Dezember wird im Januar gezahlt

Unternehmer Hans Groß zahlt die betriebliche Kfz-Versicherung i. H. v. 250 EUR im Januar 03. Er hatte die Überweisung im Dezember 02 vergessen. Zu diesem Zeitpunkt war die Versicherungsprämie fällig.

Die Zahlung der Prämie war eigentlich schon im Jahr 02 fällig. Da Hans Groß erst nach dem Abschlussstichtag 31.12.02 die Überweisung tätigt, muss er im Rahmen seiner vorbereitenden Abschlussbuchungen für 02 eine sonstige Verbindlichkeit buchen.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
4520 Kfz-Versicherungen 250 1700 Sonstige Verbindlichkeiten 250
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
6520 Kfz-Versicherungen 250 3500 Sonstige Verbindlichkeiten 250
 

Praxis-Beispiel

Provisionseinnahmen Dezember gehen im Januar ein

Hans Groß ist selbstständiger Handelsvertreter. Er hat im Dezember 02 gegen seine Firma Provisionsansprüche in Höhe von 11.900 EUR. Aber erst im Januar 03 verzeichnet er den Eingang auf seinem betrieblichen Bankkonto.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1500 Sonstige Vermögensgegenstände 11.900 8519 Provisionsumsätze 19 % USt 11.900
 

Konto

SKR 04 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 04 Haben
Kontenbezeichnung Betrag
1300 Sonstige Vermögensgegenstände 11.900 4569 Provisionsumsätze 19 % USt 11.900
 

Praxis-Tipp

Praxis-Tipp für DATEV-Anwender

Das Konto 8519/4569 ist ein automatisches Konto.

3 Was sonstige Forderung und sonstige Verbindlichkeiten bezwecken

Sonstige Forderungen und sonstige Verbindlichkeiten haben den Zweck, Aufwendungen und Erträge in dem Geschäftsjahr zu erfassen, in dem sie wirtschaftlich verursacht worden sind, auch wenn der Zahlungsvorgang erst im Folgejahr erfolgt.

Typische Geschäftsvorfälle sind: zu zahlende oder zu erhaltende Pacht, Provisionen, Honorare, Zinsen, Löhne, Steuern, Dividenden usw.

3.1 Sonstige Forderungen: Einnahmen, die im Jahr zuvor entstanden sind

Bei sonstigen Forderungen handelt es sich um Einnahmen nach dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit davor sind.

Die Position "Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände" befindet sich unter Position B II des § 266 Abs. 2 HGB. Diese Position besteht aus folgenden 4 Unterpositionen:

  • Forderungen aus Lieferungen und Leistungen;
  • Forderungen gegen verbundene Unternehmen;
  • Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht und
  • sonstige Vermögensgegenstände.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen bei einem Verkauf auf Ziel.

Forderungen gegen ein verbundenes Unternehmen: Ein verbundenes Unternehmen in diesem Sinne ist ein Unternehmen, an dem eine mindestens 50 %ige Beteiligung besteht. Hierunter gehören Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegen ein derartiges Unternehmen. Unternehmen, an denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, sind Unternehmen, bei denen die Beteiligung zwischen 5 % und 50 % liegt.

"Sonstige Vermögensgegenstände": Dieser Posten entspricht einem Sammelposten für alle Forderungen, die nicht in einen der vorherigen Bilanzposten eigeordnet werden können. Beispiele: Ansprüche auf Steuererstattungen oder sog. Antizipierte Posten, also Erträge, die erst nach dem Bilanzstichtag Einnahmen sind.

3.2 Unterschied zu den passiven Rechnungsabgrenzungsposten

Bei den passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich um Einnahmen vor dem Abschlussstichtag, die Ertrag für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.

 

Praxis-Beispiel

Mieteinnahmen: vorschüssig vom Mieter gezahlt

Unternehmer Hans Groß erhält am 1.12 01 vorschüssig die Miete für 3 Monate, insgesamt 1.500 EUR.

Folge:

Nur die Dezembermiete ist Ertrag des Jahres 01, also 500 EUR. Die Mieten für Januar und Februar 02 muss er daher passiv abgrenzen.

Buchungsvorschlag:

 

Konto

SKR 03 Soll
Kontenbezeichnung Betrag

Konto

SKR 03 Haben
Kontenbezei...

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