Nachforderungszinsen

Wo die Probleme sind:

  • Das richtige Konto
  • Betriebliche Steuern
  • Betriebsprüfung
  • Betriebsausgabenabzug

1 So kontieren Sie richtig!

 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Zinsaufwendungen § 233a AO ­betriebliche Steuern
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  2107
IKR  
7581 SKR 04
  7305
 

Kostenstelle/

Schlüssel
 

Praxis-Wegweiser:

"Das richtige Konto"

Kontenbezeichnung

Bank
Eigener ­Kontenplan SKR 03
  1200
IKR  
2800 SKR 04
  1800
 

Kostenstelle/

Schlüssel

So kontieren Sie richtig!

Nachzahlungszinsen auf betriebliche Steuern wie Umsatzsteuer können als Betriebsausgaben geltend gemacht werden. Die Buchung erfolgt auf das Konto "Zinsaufwendungen § 233a AO betriebliche Steuern" 2107 (SKR 03) bzw. 7305 (SKR 04).

 

Buchungssatz:

Zinsaufwendungen § 233a AO betriebliche Steuern

an Bank

2 Praxis-Beispiel für Ihre Buchhaltung: Umsatzsteuer-Sonderprüfung

Im April fand bei Schreinermeister Hans Groß eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung statt. Neben einer Umsatzsteuernachzahlung wurden auch Nachzahlungszinsen i. H. v. 1.500 EUR festgesetzt.

Buchungsvorschlag:

 
Konto SKR 03 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 03 Haben Kontenbezeichnung Betrag
2107 Zinsaufwendung § 233a AO betriebliche Steuern 1.500 1200 Bank 1.500
 
Konto SKR 04 Soll Kontenbezeichnung Betrag Konto SKR 04 Haben Kontenbezeichnung Betrag
7305 Zinsaufwendung § 233a AO betriebliche Steuern 1.500 1800 Bank 1.500

3 Vollverzinsung für Steuernachforderungen und -erstattungen

Steuernachforderungen und Steuererstattungen sind nach § 233a AO zu verzinsen (Vollverzinsung). Führt die Festsetzung der Einkommen-, Körperschaft-, Umsatz- oder Gewerbesteuer zu einem Unterschiedsbetrag gegenüber den festgesetzten Vorauszahlungen oder der anzurechnenden Körperschaftsteuer, so ist dieser Unterschiedsbetrag gem. § 233a AO zu verzinsen.

4 Welche Betriebssteuern abzugsfähig sind und welche nicht

Betriebliche Steuern sind Steuern, die durch den Betrieb entstehen, wie z. B. die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer, die Kfz-Steuer auf Fahrzeuge im Betriebsvermögen oder die Grundsteuer auf Betriebsgrundstücke. Nicht alle Betriebssteuern sowie darauf entfallende Nebenleistungen (wie Zinsen oder Säumniszuschläge) sind jedoch als Betriebsausgaben abzugsfähig. Die Abzugsfähigkeit von Nachforderungszinsen richtet sich nach der Abzugsfähigkeit der Steuer, zu der diese Nebenleistungen gehören.

Fallen Nachforderungszinsen auf abzugsfähige Betriebssteuern und auf nicht abzugsfähige Betriebssteuern an, so empfiehlt sich eine Aufteilung der Buchungen:

Nachforderungszinsen auf abzugsfähige Steuern werden auf das Konto "Steuerlich abzugsfähige andere Nebenleistungen zu Steuern § 4 Abs. 5b EStG" 2103 (SKR 03) bzw. 7303 (SKR 04) gebucht.

Nachforderungszinsen auf nicht abzugsfähige Betriebssteuern (z. B. Gewerbesteuer) werden auf das Konto "Steuerlich nicht abzugsfähige Nebenleistungen zu Steuern § 4 Abs. 5b EStG" 2102 (SKR 03) bzw. 7302 (SKR 04) gebucht. Beide Konten werden auf das GuV-Konto abgeschlossen; die nicht abzugsfähigen Nachforderungszinsen oder sonstige Nebenleistungen werden außerbilanziell bei der Ermittlung des Gewinns wieder hinzugerechnet.

5 Nachforderungsbescheid: Hier werden Steuernachzahlung und die Nachforderungszinsen festgelegt

Erhalten Sie vom Finanzamt einen Nachforderungsbescheid – ein solcher ergeht oftmals nach einer Außenprüfung –, müssen Sie i. d. R. neben den zu wenig entrichteten Steuern auch noch Zinsen nachzahlen.

Die Zinsen sind Nebenleistungen der Steuer, zu der sie festgesetzt werden.[1] Bei der Verzinsung von Steuernachzahlungen ist der Steuerschuldner auch immer der Zinsschuldner. Zinsen nach § 233a AO sind keine Strafe, sondern zeitlaufabhängige Gegenleistung für die mögliche Kapitalnutzung. Vor diesem Hintergrund ist es unerheblich, ob die Zinsen durch eine verzögerte Bearbeitung beim Finanzamt oder eine verspätete Einreichung der Steuererklärung durch den Steuerpflichtigen entstehen.[2]

6 Berechnung der Zinsen: Beginn des Zinslaufs

Der Zinslauf beginnt 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Steuer entstanden ist.[1] Soweit die Steuerfestsetzung auf der Berücksichtigung eines rückwirkenden Ereignisses beruht, beginnt der Zinslauf abweichend hiervon 15 Monate nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem das rückwirkende Ereignis eingetreten ist.[2]

7 Wann für Nachforderungszinsen der Betriebsausgabenabzug gewährt wird

Die Abzugsfähigkeit steuerlicher Nebenleistungen richtet sich nach der Abzugsfähigkeit der Steuer, zu der die Nebenleistungen gehören. Daher können Säumniszuschläge (§ 240 AO), Verspätungszuschläge (§ 152 AO), Zwangsgelder (§ 329 AO) und Kosten (§§ 337 ff. AO) nicht immer als Betriebsausgaben abgezogen werden. Seit dem Veranlagungszeitraum 1999 gilt dies auch für Steuer-, Stundungs- und AdV-Zinsen.

Betriebliche Steuern sind Steuern, die durch den Betrieb entstehen wie zum Beispiele die Umsatzsteuer, die Gewerbesteuer, die Kfz-Steuer auf Fahrzeuge im Betriebsvermögen oder die Grundsteuer auf Betriebsgrundstücke. Nicht alle Betriebssteuern sowie darauf entfallende Nebenleistungen (wie Zinsen oder Säumniszuschläge) sind jedoch als Betriebsausgabe abzugsfähig. Die...

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