Mutterschaftsgeld / 4 Dauer der Zahlung

Das Mutterschaftsgeld wird für

  • die letzten 6 Wochen vor der Entbindung,
  • den Entbindungstag und
  • für die ersten 8 Wochen bzw. 12 Wochen bei Früh-/Mehrlingsgeburten oder bei Kindern mit Behinderung nach der Entbindung

gezahlt.

Bei Frühgeburten und sonstigen vorzeitigen Entbindungen verlängert sich die Bezugsdauer um den Zeitraum der Schutzfrist, der vor der Entbindung nicht in Anspruch genommen werden konnte.

Praxis-Beispiel

Frühere Entbindung

  • Mutmaßlicher Entbindungstag = • 24.6.
  • Beginn der Schutzfrist = • 13.5.
  • Letzter Arbeitstag = • 12.5.
  • Tatsächliche Entbindung = • 14.6.
  • Nicht in Anspruch genommene Tage vor der Entbindung (14.6. – 23.6.) = 10 Tage
  • 8-Wochenfrist nach der Entbindung = 14.6. – 9.8.
  • Verlängerung um 10 Tage = 10.8. – 19.8.

Praxis-Tipp

Vereinfachte Berechnung

Der Gesamtanspruch auf Mutterschaftsgeld beträgt immer 99 Tage, bei Früh- und Mehrlingsgeburten oder Kinder mit Behinderung 127 Tage.

Das vorstehende Beispiel vereinfacht dargestellt:

Beginn der Schutzfirst = 13.5.

zzgl. 99 Tage = 13.5. – 19.8.

Bei Früh-/Mehrlingsgeburten oder Kinder mit Behinderung:

zzgl. 127 Tage = 13.5. – 16.9.

Als Frühgeburten gelten Säuglinge

  • mit einem Geburtsgewicht von unter 2.500 Gramm oder
  • die aufgrund noch nicht voll ausgebildeter Reifezeichen bzw. wegen verfrühter Beendigung der Schwangerschaft einer wesentlich erweiterten Pflege bedürfen.

Hinweis

Verlängerung der Schutzfrist für Mütter von Kindern mit Behinderung

Wird bei Kindern vor Ablauf von 8 Wochen nach der Entbindung eine Behinderung ärztlich festgestellt, verlängert sich ab 30.5.2017 die nachgeburtliche Schutzfrist auf 12 Wochen. Daher verlängert sich ebenfalls der Anspruch auf die mutterschutzrechtlichen Leistungen. Mit der verlängerten Schutzfrist soll den besonderen körperlichen und psychischen Belastungen der Mutter Rechnung getragen werden.

Die Schutzfrist verlängert sich nur, wenn die Frau diese beantragt. Für die Antragstellung besteht keine Frist, es genügt die Vorlage der fristgerecht erstellten ärztlichen Bescheinigung der Behinderung bzw. der drohenden Behinderung. Es wird auch bei Vorliegen der Voraussetzungen der Frau überlassen, die Behinderung ihres Kindes ihrem Arbeitgeber bekannt zu geben und die verlängerte Schutzfrist in Anspruch zu nehmen.

Behinderungen, die erst nach Ablauf von 8 Wochen nach der Entbindung festgestellt werden, können nicht nachträglich eine verlängerte Schutzfrist auslösen.

Damit bereits vor der Entbindung Mutterschaftsgeld ausgezahlt werden kann, müssen die werdenden Mütter der Krankenkasse eine ärztliche Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin vorlegen. Eine von einer Hebamme ausgestellte Bescheinigung reicht auch aus.

Praxis-Tipp

Antragstellung vor der Entbindung

Im Interesse der werdenden Mutter sollte die Zahlung von Mutterschaftsgeld vor der Entbindung beantragt werden. Tritt nämlich die Entbindung später als erwartet ein, verlängert sich der Zeitraum des Mutterschaftsbezugs (und ggf. des Arbeitgeberzuschusses) für die Zeit vor der Niederkunft entsprechend.

Wird dagegen Mutterschaftsgeld erst nach der Entbindung beantragt, wird bei "verspäteter" Entbindung Mutterschaftsgeld lediglich für die letzten 6 Wochen (42 Tage) vor der tatsächlichen Entbindung gezahlt.

Tritt die Entbindung früher als erwartet ein, kann Mutterschaftsgeld auf jeden Fall für die letzten 6 Wochen vor der tatsächlichen Niederkunft beansprucht werden. Allerdings kommt dann das Mutterschaftsgeld für den Zeitraum nicht zur Auszahlung, in der die Frau aufgrund ihrer Arbeitsleistung oder zu beanspruchender Entgeltfortzahlung tatsächlich Arbeitsentgelt erzielt hat.

Einmalzahlungen, wie z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld, die der Arbeitgeber während der Schutzfristen zahlt, mindern nicht die Höhe des Mutterschaftsgeldes.

Aus beitragsrechtlicher Sicht ist jedoch zu beachten, dass von diesen einmalig gezahlten Bezügen Beiträge zur Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zu entrichten sind. Die Beitragsfreiheit erstreckt sich nämlich nur auf das Mutterschaftsgeld als solches, nicht dagegen auf das neben dem Mutterschaftsgeld gezahlte Arbeitsentgelt (Einmalzahlungen).

Das ist nur ein Ausschnitt aus dem Produkt ProFirma Professional. Sie wollen mehr? Dann testen Sie hier live & unverbindlich ProFirma Professional 30 Minuten lang und lesen Sie den gesamten Artikel.



Meistgelesen