Moderne Konzernplanung: Top... / 4 Strategieübersetzung und Zielsetzung auf Business-Unit-Ebene

Schritt 1: Übersetzen des strategischen Ambitionsniveaus

Vor dem Target Setting muss das in der Unternehmensstrategie verabschiedete Ambitionslevel für das Folgejahr in quantitative Zielwerte übersetzt werden. Hierzu werden Wachstumsziele genauso verwendet wie zu erwartende Effekte aus verabschiedeten Maßnahmen und Programmen. Diese strategischen Ziele können z. B. ein Wachstum von 2 % über dem Marktwachstum oder eine 5 %ige Kostenersparnis in den Support-Funktionen sein. Diese Vorgaben werden im ersten Schritt in die Spitzenkennzahlen des Konzerns wie z. B. Umsatz, EBITDA, Cashflow oder Economic Value Added (EVATM) übersetzt. Diese Übersetzung erfolgt i. d. R. durch das Konzerncontrolling.

Schritt 2: Target Setting auf Business-Unit-Ebene

Ziel des Target Setting auf Business-Unit-Ebene ist die Operationalisierung der Strategie in einem ersten Schritt auf die obersten operativen Steuerungseinheiten.

Für die Festsetzung der Zielwerte für jede Business Unit hat sich in der Praxis ein "Campus"-Ansatz bewährt. In Campus-Meetings finden sich dabei die wesentlichen Wissensträger und Stakeholder aus zentralen und dezentralen Bereichen zusammen. Diese Meetings werden vom Konzerncontrolling verantwortet und sind fest im Planungskalender verankert. Die Meetings setzen sich i. d. R. aus Vertretern der folgenden Bereiche zusammen:

  • Aus der Business Unit sind nicht nur Führungskräfte der BU, sondern bspw. auch Vertreter der wichtigsten Regionen und Länder vertreten.
  • Vertreter des Strategiebereichs achten auf die Operationalisierung der strategischen Ziele, Annahmen und Maßnahmen für die jeweilige Business Unit.
  • Vertreter der Unternehmensfunktionen bringen die jeweiligen strategischen Maßnahmen und Erwartungswerte für die jeweilige Funktion und deren zu erwartende Auswirkung auf das jeweilige BU-Ergebnis in die Diskussion ein.
  • Vertreter des Corporate Controlling fungieren dabei nicht nur als Mediator zwischen den Teilnehmern, sondern vertreten auch die gesetzten Ziele des Gesamtkonzerns.

Um die Effizienz eines solchen Vorgehens voll ausschöpfen zu können, ist es wichtig, dass vorher zwar Abstimmungen innerhalb des Bereichs, jedoch keine vorgelagerten Detailplanungsprozesse stattfinden. In der Praxis erweist sich dieser Eckpfeiler eines solchen Top-down-Ansatzes oft als das zentrale Element des Change Management.

Die Ziele, die eine Business Unit im ersten Prozessschritt erhalten hat, werden im Nachgang auf die untergeordneten Geschäftsbereiche und Funktionen heruntergebrochen.

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